Ethik ohne Kirche II
Deutschlands nicht repräsentierte Bevölkerung


25. – 27. Januar 2008 in der Franken-Akademie Schloss Schney bei Lichtenfels.

Vor einem Jahr haben wir in Schney begonnen, die Brüssler Erklärung zu unterzeichnen, die dazu geführt hat, die grundlegenden Werte für das sich vereinigende Europa aus säkularer Sicht zu formulieren. Auch ein Gottesbezug in der Präambel des europäischen Verfassungsvertrages konnte verhindert werden.

Inzwischen reden wir über einen Mini-Vertrag für Europa und es sind hochinteressante Urteile des BVerfG zum verbindlichen Ethikunterricht in Berlin und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Dominanz der christlichen Kirchen im norwegischen Schulgesetz aufgrund der Klage der norwegischen Humanisten ergangen. Beide Urteile haben uns bestärkt, in einer Petition den Deutschen Bundestag zu bitten, den Artikel 7 (3) GG ersatzlos zu streichen, weil er die Integrationsaufgabe des Staates behindert.

Wie kann der Staat seiner Integrationsaufgabe nachkommen? Demokratische Prinzipien, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz, Gewaltenteilung und die Bedeutung der Menschenrechte sind auch in einem ethischen Werteunterricht herauszuarbeiten, der die Klassenverbände nicht nach Konfessionen aufteilt. Welche Rollen spielen dabei Kulturen, Religionen/ Weltanschauungen und die Wissenschaften? Der Europarat hat z.B. in einer Resolution auf die Gefahren des Kreationismus in der Erziehung hingewiesen, die beachtenswert ist. Das Office for Democratic Institutions and Human Rights der KSZE hat „Toledo Guiding Principles on Teaching about Religions and Beliefs in Public Schools formuliert.

Setzen wir Aufklärung, Geistesfreiheit, Menschen-rechte und Humanismus aktiv gegen Fundamentalismus und Fanatismus. Dogmen verhindern eine freie Ethik für das 21. Jahrhundert. Ist der Atheismus wie ihn beispielsweise Dawkins in seinem Buch „Der Gotteswahn“ beschreibt, eine Antwort?

Darum soll es in diesem Seminar gehen, zu dem wir Sie herzlich einladen.

Programm

Freitag, 25. Januar

18.00 Uhr Anreise/Abendessen
19.00 Uhr Eröffnungsrunde
19.30 Uhr Horst Prem
Gründe für eine Petition zur Streichung des Artikels 7(3) GG
20.00 Uhr Volker Mueller
Thesen für eine freie Ethik im 21. Jahrhundert 
Aussprache

Samstag, 26. Januar

8.00 Uhr Frühstück
9.00 Uhr Horst Prem: Europas Beitrag zu Nichtdiskriminierung und Toleranz
Aussprache
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Peter Kriesel:
Möglichkeiten und Stolpersteine auf dem Weg zu einem Ethikfach für alle
Aussprache
12.30 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Renate Bauer: Kirche ohne Ethik?
Aussprache
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Gesprächskreise
18.00 Uhr Abendessen
19.00 Uhr geselliger Abend

Sonntag, 27. Januar

8.00 Uhr Frühstück
9.00 Uhr Podiumsdiskussion mit den Referenten: Wie kann eine ethische Erziehung für unsere Welt aussehen?
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Formulierung der Schlussresolution
12.30 Uhr Mittagessen / Ende

Referenten

Volker Mueller, Dr., Philosoph,
Präsident des DFW und Vorsitzender des Humanistischen Freidenkerbundes Brandenburg.

Horst Prem, Luft- und Raumfahrtingenieur,
Vizepräsident des DFW und Landesgemeindeleiter der Deutschen Unitarier in Bayern.

Renate Bauer, Landessprecherin der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz, Ludwigshafen.

Peter Kriesel, Dozent für LER-Didaktik und Bundesvorsitzender des Fachverbandes „Ethik“, Brandenburg/ Havel.

Tagungsort und Übernachtung

Franken-Akademie Schloß Schney,
Schlossplatz 8
96215 Lichtenfels
Tel. 09571/97500

Anmeldung bitte schriftlich an:

Horst Prem
Prinz-Otto-Str. 9
85521 Ottobrunn
Tel. 089/6096255 Fax 089/6090177
erbeten bis 12. Januar 2008

Seminarkosten inkl. Logis und Verpflegung

Alte Bundesländer
Zweibettzimmer 130,00 €
Einbettzimmer 140,00 €
Neue Bundesländer
Zweibettzimmer 105,00 €
Einbettzimmer 115,00 €

Die Anzahl der Einzelzimmer ist begrenzt.

Überweisung der Seminarkosten an
Deutsche Unitarier München
Stichwort „Schney“
Freisinger Bank e.G.
Konto Nr. 415 9799
BLZ 70169614