LER und/ oder Religionsunterricht in Brandenburg ?

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften hat von Anfang an die Einführung des Unterrichtsfaches „Lebensgestaltung/ Ethik/ Religionskunde" (LER) unterstützt und begleitet kritisch dessen Realisierung in Brandenburg. Wesentlich ist, dass alle Schülerinnen und Schüler in einem ordentlichen werteorientierenden Unterricht miteinander leben lernen und nicht nach konfessioneller Bindung getrennt werden.

Mit dem Vergleichsvorschlag des Bundesverfassungsgerichts vom 11.12.2001 an die Beteiligten in den LER-Verfahren wird endlich rechtlich klargestellt, dass LER verfassungskonform ist. Die Klagen der CDU/CSU und der beiden Kirchen gegen das Fach LER sind damit unbegründet. Bekenntnisgebundener Religionsunterricht im Land Brandenburg muss auch künftig kein staatliches und ordentliches Unterrichtsfach sein. Ein Wahlpflichtbereich Religionsunterricht-Ethik (oder LER) ist nicht notwendig. Das Modell LER bleibt aus der Sicht des DFW auch für die schulische Zukunft in allen anderen Bundesländern möglich, wünschenswert und praktizierbar.

Nach der höchstrichterlichen Klarstellung erwartet der DFW nun den zügigen Ausbau des Pflichtfaches LER in Brandenburg und dessen konsequente schrittweise Einführung in allen Jahrgangsstufen. Die Landesregierung habe mehr Mittel für die LER-Lehrerweiterbildung und für die Unterrichtsdurchführung bereitzustellen. Zugleich ergibt sich aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz zwingend, dass neben dem konfessionellen Religionsunterricht auch ein weltanschaulicher Unterricht wie „Lebenskunde" des Humanistischen Verbandes in Brandenburg existieren darf und soll.

Die katholische und evangelische Kirche haben das Recht, freiwilligen konfessionellen Religionsunterricht in den Schulen durchzuführen. Gut gefördert, fand auch schon bisher evangelischer Unterricht in Brandenburg statt. Die Förderung soll nun nach dem Bundesverfassungsgericht für die christlichen Kirchen noch verbessert werden. Die Verfahrensbeteiligten müssen darüber bis zum 31.1.2002 verhandeln. 
Für den DFW sind vor allem die Abmeldeklausel von LER, die Sonderkonditionen für Gruppenstärken und Finanzierungen bei konfessionellem Unterricht sowie versetzungsrelevante Zeugnisnoten in einem Bekenntnisunterricht fragwürdig.

LER ist grundsätzlich der richtige Weg.

Dr. Volker Mueller