Pressedienst Ausgabe 6-2008


60. Jahrestag der Annahme der Menschenrechtserklärung durch die UN-Generalversammlung

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) weist ausdrücklich auf den 60. Jahrestag der UNO-Menschenrechtserklärung hin. Am 10. Dezember 1948 billigte die UN-Generalversammlung diese Erklärung, deren zentrale Werte die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet.

Um diese Ziele zu unterstützen, bleibt es zentrales Bestreben des DFW, eine säkulare, demokratisch und humanistisch orientierte Zivilgesellschaft zu schaffen, die durch Freiheit und Frieden bestimmt ist. Trennungen von Religionen und Staat und laizistische Grundlagen gehören – seit der Unabhängigkeitserklärung der USA und der Menschenrechtserklärung der Franzosen – ebenso dazu wie der Aufbau eines europäischen Identitätsbewusstseins, das diesen Werten verpflichtet ist. Menschenwürde und Menschenrechte sind organisch verbunden und haben universellen Charakter, auch mit dem Blick auf die Globalisierung und die enormen Entwicklungsprobleme der Menschen in dem „großen Rest“ unseres Global Village. Diese Aufgaben sind nur auf der Basis einer rational begründbaren und ideologiefreien Menschheitsethik zu bewältigen. Sie sind Kernstücke eines freien humanistischen Menschenbildes, woraus sich auch unser ethisches Tun ableitet. In Verantwortung vor den Menschen, nicht vor einem Gott, ist staatliches und gesellschaftliches Handeln zu gestalten.

Dr. Volker Mueller, Präsident
Horst Prem, Vizepräsident

60 Jahre Menschenrechte – sie sind für alle da, hier wie anderswo!

Viele Organisationen neben den Vereinten Nationen setzen sich für die Menschenrechte ein.

Wie können sie durchgesetzt werden? Gewaltsam von außen, geduldig von innen? Wie können wir miteinander für Menschenrechte arbeiten, und vor allem, verstehen wir über die Kulturen hinweg das Gleiche unter ihnen? Können wir durch einen gemeinsamen Einsatz für Menschenrechte die Integration hier wie anderswo noch fördern? Gemeinsam mit Vertretern anderer Religionsgemeinschaften und politischer Parteien wollen wir diese Frage diskutieren. Anlässlich des 60. Jahrestages der Allgemeinen Menschenrechte laden wir zur Diskussion ein über die Idee der Menschenrechte und ihre Wirkung bis heute, und zwar am Mittwoch, 10. Dezember 2008 19.30 Uhr in das Johannes-Ronge-Haus, Wörthstr. 6a, 67059 Ludwigshafen. Teilnehmer/innen Podium: Doris Barnett, MdB; Hanife Aykutalp, Muslim. Gemeinde; Dr. Michael Gärtner, Proth. Kirche; Vertreter des Heinrich-Pesch-Hauses, Lu; Renate Bauer, Freireligiöse Gemeinde- Moderation: Jürgen Kofink, Freireligiöse Gemeinde Ludwigshafen

 

DFW-Festveranstaltung zum Charles-Darwin-Jahr 2009

Der DFW und seine Mitgliedsverbände werden Charles Darwins in mehreren Veranstaltungen gedenken und sein Erbe für gegenwärtige Problemstellungen nutzbar machen. Die zentrale Festveranstaltung des DFW wird am 1. März 2009 in Jena stattfinden.

Am 28. Februar wird eine begleitende wissenschaftliche Tagung des DFW zum Thema „Charles Darwins Entwicklungsdenken in seiner Bedeutung für Wissenschaft und Weltanschauung“ durchgeführt werden. Die aktuelle Auseinandersetzung um Darwins Evolutionstheorie und seine Abstammungslehre des Menschen sowie das damit zusammenhängende wissenschaftliche Entwicklungsdenken hat vor allem weltanschaulichen Charakter und mit der Weiterentwicklung der Evolutionstheorie kaum etwas zu tun. Als moderner Anti-Darwinismus stellen sich der Kreationismus und die Vorstellungen vom .Intelligent Design. dar. Weltanschaulich-religiös motivierte bildungspolitische Forderungen, die Evolutionstheorie aus der Schule zu verbannen, gibt es nicht nur in den USA, sondern wurden und werden auch in Italien (2004), Serbien (2004), Deutschland (2007, Hessen) oder der Schweiz (2007/08) diskutiert. Der Europarat hat am 4. Oktober 2007 in seiner Resolution. Gefahren des Kreationismus in der Bildung. eine eindeutig positive Haltung zum Darwinismus eingenommen.

Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an: DFW, c/o Dr. Volker Mueller, 14612 Falkensee, Rudolf-Breitscheid-Str. 15. Email: dfw-praesident@web.de

 

Haeckels Darwin-Rede neu aufgelegt

Aus Anlass des bevorstehenden 200. Geburtstages von Charles Darwin hat der Angelika Lenz Verlag die Rede, die Ernst Haeckel zu Darwins 100. Geburtstag in Jena hielt, neu aufgelegt. Sie ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Angelika Lenz Verlag (www.lenz-verlag.de, info@lenz-verlag.de). Volker Mueller (Hg.): Das Weltbild von Darwin und Lamarck – von Ernst Haeckel. 41 S., ISBN: 978-3-933037-72-5, € 5,20.

 

„Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand!“ – Charles Darwin zum 200. Geburtstag

Am Sonntag, 11.01.2009, um 11 Uhr, findet in der Freireligiösen Gemeinde Mannheim, L 10, 4–6, Carl-Scholl-Saal, eine Matinee zum Jahresbeginn statt. Landespredigerin Ute Janz wird zum Darwin-Jahr 2009 sprechen.

 

Säkulares Europa – Integrativer Unterricht für Werteerziehung in Europa

Teilnehmer aus vier europäischen Ländern berichteten über die unterschiedlichen Gegebenheiten in ihren Ländern und an den Europaschulen. Angeregt durch den Kulturkampf in Berlin stand der gemeinsame Werteunterricht für alle als staatliche Vorsorge für die Integration kulturell und religiös unterschiedlicher Gruppierungen in der EU versus getrenntem Bekenntnisunterricht sowohl für die diversen Konfessionen als auch für die Konfessionsfreien im humanistischen Werteunterricht im Mittelpunkt.

So unterschiedlich die nationalen Gesetze und Gegebenheiten auch sind, scheint Deutschland eine Sonderstellung innerhalb der EU einzunehmen. In Deutschland stiehlt sich der Staat aus der Integrationsaufgabe, indem er den Religionsgemeinschaften den konfessionellen Werteunterricht zuordnet und damit Parallelgesellschaften züchtet. Die staatliche Integrationsaufgabe ist in England, Belgien und den Niederlanden unstrittig. Über Inhalt und Gestaltung eines Werteunterrichts aus humanistischer Sicht, der in Deutschland als „Konkurrenzprodukt“ zum Religionsunterricht eingeführt werden muss, war man sich grundsätzlich einig. Es gilt, die Schüler und Schülerinnen in den Mittelpunkt zu stellen, sie zu selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Persönlichkeiten zu führen, Menschen- und Kinderrechte zu vermitteln, über unterschiedliche Wertesysteme zu sprechen und mit ihnen Toleranz und Konfliktbewältigung einzuüben und so die Integrationsbemühungen des Staates trotz unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur zu stützen. Eindrucksvolle Beispiele von Referenten und Teilnehmern zeigten, warum der humanistische Unterricht inzwischen so viel Zulauf bekommt, auch durch Schüler und Eltern anderer Konfessionen und Kulturen. Mit diesen Themen beschäftigten sich 34 Teilnehmer einer internationalen Tagung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften in Zusammenarbeit mit der European Humanist Federation in der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg/Scharbeutz. Unter der Tagungsleitung von Horst Prem referierten Dr. Volker Mueller „Integrative Werteerziehung als europäische Aufgabe“, Werner Schultz „Integrativer Ethikunterricht und Humanistische Lebenskunde in Berlin“, Peter Kriesel: „Nichtdiskriminierung – eine Bestandsaufnahme zum sog. Ersatzfach Ethik“, Dimitri Sfingopoulos: „Position der EU-Kommission und der EHF zur Werteerziehung in Europa“, Andrew Copson: „Überkonfessionelle Werteerziehung in England“, Tryntsje de Groot: „Erziehung zu Nichtdiskriminierung und Toleranz in Holland“. Die nächste Tagung ist bereits für den 6.–8.11.2009 in Klingberg verabredet, deutsch- und englisch-sprachige Pädagogen (Kindergarten, Freizeit, Schule) und Schüler und Jugendliche aus verschiedenen Ländern sollen ihr Verständnis von humanistischen Werten gemeinsam diskutieren und somit einen Beitrag zum Wertekonsens innerhalb der EU leisten.

 

DFW unterstützt Erklärung des Bundesforums Familie zur wertorientierenden Erziehung

Das Bundesforum Familie stellte kürzlich die Berliner Erklärung als ein Teilergebnis der Arbeit zur wert-orientierenden Erziehung vor. 2006 beauftragte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Bundesforum Familie mit dem Projekt: Kinder brauchen Werte – Bündnisinitiative: Verantwortung Erziehung. Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften ist seit fast einem Jahr Mitglied des Bundesforums Familie und unterstützt diese Erklärung. Es heißt in der Berliner Erklärung: „Die deutsche Gesellschaft hat sich in den letzten 40 Jahren erheblich verändert. Emanzipationsbewegungen, Migration und soziale Ungleichheit sind einige Stichworte, die Aspekte dieses Wandels beschreiben.“ Deshalb braucht eine Gesellschaft Maßstäbe für soziales Handeln, die zugleich Grundlage für ihren Zusammenhalt und ihre Weiterentwicklung sind. Weiter heißt es: „als unhintergehbarer Ausgangspunkt für einen Konsens über bestehende Grundwerte gilt die UN-Menschenrechtserklärung. In ihr fließen die Werte aus vielen Kulturen der Welt zusammen. Dazu gehören die Anerkennung der Menschenwürde, das demokratische Prinzip, Solidarität, Gerechtigkeit und Freiheit.“ Das Bundesforum Familie erklärte, dass Werte nicht nur als abstrakte und theoretische Vorstellungen zu behandeln sind, sondern auch die Aspekte der Lebensführung und der Emotionalität enthalten. Deshalb kommt der Lebensgestaltung von Familien und insbesondere den Kindern selbst eine besondere Bedeutung zu. Kinder wachsen in öffentlicher Verantwortung auf; sämtliche Generationen tragen Mitverantwortung. Deswegen ist es für den Aufbau von Wertekompetenz nötig, Familien bei der Gestaltung der nötigen Rahmenbedingungen zu unterstützen sowie öffentliche Erfahrungs- und Bildungsräume entsprechend zu gestalten. Konkret fordert das Bundesforum Familie dazu auf, Position zu beziehen und den gesellschaftlichen Dialog zu gestalten: * Wo die Würde von Menschen missachtet oder infrage gestellt wird, brauchen wir den Mut zum Nein-Sagen. * Familien müssen darin unterstützt werden, ihre eigenen Werte zu reflektieren und für ihre Kinder einsichtig zu machen. * Die kulturelle Diversität und weltanschauliche Vielfalt in Tageseinrichtungen für Kinder und Einrichtungen der Familienbildung und Beratung muss vor Ort gefördert und gestärkt werden. * Familien als auch pädagogische Fachkräfte brauchen „Raum“, in dem sie sich ihre eigenen Werte bewusst machen und sich darüber austauschen können. * Mangelnde Ressourcen in Familien können nicht durch wertorientierende Erziehung ersetzt werden. Deshalb sind ausreichende finanzielle und räumliche Ressourcen für ein gutes Familienleben unabdingbar.

 

Hauptversammlung und Neuwahlen

HAMBURG. (pfw/hpd) Ende Oktober trafen sich die Delegierten der DFW-Mitgliedsverbände in Hamburg zur Hauptversammlung, die alle zwei Jahre stattfindet. Auf der Tagesordnung stand neben den Berichten der einzelnen Präsidiumsmitglieder eine intensive Diskussion über die künftige Arbeit des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW).

Im Vordergrund der weiteren Tätigkeit des DFW stehen menschenrechtspolitische und verfassungsrechtliche Fragen mit dem Blick auf die Europäische Union und auf die Globalisierungsprozesse, bildungspolitische und humanistische Themen (Werteerziehung für alle, Unterrichtsangebote von freien Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, Probleme beim konfessionellen Religionsunterricht), kulturelle Interessen der kirchenfreien Menschen (z.B. Jugendweihe/ Jugendfeier und Bestattungs- und Trauerkultur), aktuelle Probleme zum religiösen Fundamentalismus und zur weltanschaulichen Diskriminierung, die Öffentlichkeits- und Bündnisarbeit des DFW, auch Entwicklungen der gegenwärtigen sozialen Situation.

Ethik-Unterricht

Der DFW bekräftigte nochmals seine Unterstützung für das Berliner Unterrichtsfach „Ethik" für alle Schülerinnen und Schüler. Es ist ein zukunftsweisendes Modell für alle Bundesländer, um endlich der staatlichen Aufgabe der Integration in einer pluralistischen Gesellschaft nachhaltig nachzukommen.

Charles-Darwin-Jahr

Im bevorstehenden Charles-Darwin-Jahr 2009 werden Veranstaltungen, die sich mit dem Darwinschen Werk und seiner Bedeutung für die Wissenschaften und die weltanschaulichen Entwicklungen befassen werden, durchgeführt. Die DFW-Festveranstaltung zu Darwin wird am 1. März 2009 in Jena sein.

Bündnispolitik

Breiten Raum in der Hauptversammlung nahm auch die weitere Bündnispolitik des DFW mit anderen säkularen Organisationen ein. Der DFW-Präsident, Dr. Volker Mueller, betonte hierbei: „Wesentliche Voraussetzung der Tätigkeit des DFW und seiner Mitgliedsverbände ist, die Identität und Traditionen der verschiedenen Organisationen sowohl innerhalb als auch außerhalb des DFW zu respektieren und zu wahren und gleichberechtigt mit den anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in unserer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft zu wirken. Nur so ist die Integrationsaufgabe im weltanschaulich neutralen Staat realisierbar und ein freies, offenes und kulturvolles Zusammenleben auf Dauer möglich. Zugleich wollen wir als DFW mit anderen freigeistigen und humanistischen Vereinigungen kooperieren, um ein friedliches und tolerantes Miteinander in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft mitzugestalten."

Präsidium

Das Präsidium wurde neu gewählt: DFW-Präsident bleibt weiterhin Dr. Volker Mueller (Freigeistiges Lebenshilfswerk), Vizepräsident ist wieder Horst Prem (Deutsche Unitarier) und Schatzmeister bleibt Siegwart Dittmann (Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands - BFGD). Schriftführer Wolfgang Günther (bfg Bayern) hat aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder kandidiert. Seine Nachfolgerin ist Monika Hendlmeier (bfg Bayern), die bisher die Webpräsenz des DFW betreut hatte. Die weiteren gewählten Präsidiumsmitglieder haben jeweils eine bestimmte Aufgabe übernommen: Eike Möller (Deutsche Unitarier) ist zuständig für Bildung und Schule, Ute Janz (BFGD) für Fest- und Feierkultur, Norbert Weich (Humanistischer Freidenkerbund Brandenburg - HFB) für Soziales, Silvana Uhlrich (HFB) für Jugendarbeit und Ortrun Lenz (Freigeistige Aktion für humanistische Kultur) für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Zur Erklärung der Menschenrechte

Die DFW-Hauptversammlung hat eine Erklärung zum 60. Jahrestag der UNO-Erklärung der Menschenrechte angenommen und veröffentlicht. Aus diesem Anlass wurde das Zusammentreffen der Vertreterinnen und Vertreter der DFW-Mitgliedsverbände mit einem Vortrag von Horst Prem zum Thema „60 Jahre UNO-Erklärung der Menschenrechte - Beitrag zur Friedensordnung in Europa" beendet.

 

KORSO fordert „Konfessionsfreien-Konferenz“

BERLIN (hpd) Angesichts des Fortbestandes der „hinkenden Trennung“ von Staat und Kirche und den Diskussionen des Staates mit Muslimen in der „Deutschen Islamkonferenz“ haben elf säkulare Verbände, Stiftungen und Akademien in Deutschland, denen zum Teil weitere Verbände angehören, am 16. November 2008 in Berlin, Danziger Str. 50, einen „Koordinierungsrat säkularer Organisationen“ (KORSO) gegründet. Er bereitet derzeit seine öffentliche Präsentation vor.

In der einstimmig verabschiedeten Resolution heißt es: „Mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist derzeit konfessionsfrei. Mehr als drei Viertel der Konfessionsfreien orientieren sich an humanistischen Lebensvorstellungen. Diese Menschen haben in Deutschland keine angemessene Interessenvertretung. Der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) will hier eine Wende herbeiführen.“ KORSO hat den Rechtsstatus eines Vereins und strebt die Gemeinnützigkeit an. Folgende Verbände und Stiftungen sind derzeit Mitglied im Koordinierungsrat:

Bundesweit wirkende Verbände: Deutscher Freidenkerverband, Sitz Dortmund (DFV), Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW), Humanistischer Verband Deutschlands (HVD), Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), Jugendweihe Deutschland (JwD) Bundesweite Akademien/Stiftungen: Giordano Bruno Stiftung zur Förderung des evolutionären Humanismus (gbs), Humanistische Akademie Deutschland (HAD), Stiftung Geistesfreiheit Hamburg, Stiftung UNITATES

Regionale Organisationen und Stiftungen: Humanismus Stiftung Berlin, Roter Baum Dresden Zum Vorstand wurden gewählt: Vorsitzender: Prof. Dr. Frieder Otto Wolf (Präsident der Humanistischen Akademie), Stellv. Vorsitzender: Dr. Carsten Frerk (Kurator der Giordano Bruno Stiftung), Schatzmeister: Manfred Isemeyer (Geschäftsführer des HVD Berlin), Beisitzer: Rudolf Ladwig (IBKA), Ralf Lux (DFV), Dr. Volker Mueller (DFW), Konny G. Neumann (JwD).

Der KORSO ist derzeit erreichbar über: Dr. Carsten Frerk, Tel.: 0160-97313753 oder E-Mail: frerk@hpd.de.

 

Wir haben die Wahl!
Neuer Heimbeirat im Karl-Weiss-Heim am Lauer’schen Garten in Mannheim

So manches offizielle Wahlkomitee könnte sich hier ein Vorbild nehmen! Von Wahlkampf über Bewerberplakatierung bis hin zu anonymer Wahlkabine und seniorengerechten Wahlzetteln (mit Fotos der Kandidatinnen und Kandidaten, um den Wiedererkennungswert zu erhöhen, und mit extra großer Schrift) – alles war perfekt geplant und durchgeführt.

Die kommissarische Heimleiterin, Soheyla Mohammadi, und der Alltagsbegleiter, Jochen Walther, sahen die Wahl des Heimbeirats im KWH, dem Alten- und Pflegeheim der Freireligiösen Gemeinde Mannheim, nicht als lästige Pflicht, die es alle zwei Jahre abzuwickeln gilt, sondern nahmen sie zum Anlass für außergewöhnliche Aktivitäten. „Wir banden die Bewohner in alle Vorbereitungen ein und organisierten einen richtigen Wahlkampf,“ erläuterte Walther. In der Tat war die Aktion geprägt von frischem Wind und neuen Ideen. „Mit der Bewerbersuche ging es los“, so Walter. Immerhin 11 Bewohner (6 Frauen und 5 Männer) kandidierten für das Ehrenamt. Die bislang amtierenden Beiräte und die Neubewerber machten – mehr oder weniger, je nach Naturell – Werbung für sich. Kandidatenlisten mit Bildern wurden ausgehängt. Wählerstimmen wurden gar im Krankenhaus, bei einer derzeit behandlungsbedürftigen Bewohnerin, gesammelt. Das gab Gesprächsstoff und sorgte für Abwechslung im Heimalltag. Als dann gewählt wurde, baute Walther eine offizielle Wahlkabine auf, um für Datenschutz zu sorgen. Es ging alles demokratisch und korrekt zu. Anschließend waren die Kandidaten zur Bekanntgabe geladen. Auch ein paar Zaungäste hatten sich eingefunden und beobachteten das außergewöhnliche Geschehen. Nicht alle Tage kommt jemand von der Zeitung ins Haus und macht auch noch Fotos.

Dann wurde das Ergebnis verkündet, das Horst Högerl, Mitbewohner und Wahlausschuss, pflichtbewusst überprüft hatte: Frau Gertrud Kern, bereits erfahrene Heimbeirätin, erhielt die meisten Stimmen, dicht gefolgt von Helga Hinz. Ergänzt wird der Heimbeirat durch Rudolf Eichhorn, Karl Wetzel und Helga Lencz. Am kommenden Tag sollte die Wahl des Vorstandes durchgeführt werden. Es gab einige Diskussionen über die Uhrzeit der ersten Sitzung. Letztendlich konnten sich die Aktiven jedoch einigen. Das ist Demokratie!

Antonia Scheib-Berten

 

Abschied wagen – Leben neu beginnen

Am 21. Januar 2009, 18.00 Uhr, beginnt im Johannes-Ronge-Haus Ludwigshafen, Wörthstr. 6 a, ein Seminar (über 6 Abende) für Menschen, die einen Partner oder nahe stehenden Menschen verloren haben. Einmal wöchentlich bietet das Seminar Menschen in dieser schwierigen Lebensphase Unterstützung durch Gespräche mit Menschen in vergleichbarer Situation sowie Anregungen zur Durcharbeitung der eigenen Trauer. – Weitere Informationen in der Geschäftsstelle oder direkt bei Landessprecherin Renate Bauer (0621–512582)