Wintersonnenwende

Seit mehr als zehn Jahren begeht die Freireligiöse Gemeinde Mannheim das Fest der Sommersonnenwende mit großem Sonnwendfeuer im Luisenpark. Erstmals wird sie nun am 21. Dezember 2004 um 17:00 Uhr das Fest der Wintersonnenwende mit einer kleinen Feier im Lauer'schen Garten, M 6, gestalten.

Mit dem Feuer zur Wintersonnenwende will die Freireligiöse Gemeinde Mannheim die Vielfalt der weihnachtlichen Bräuche direkt ins Zentrum der Quadratestadt bringen und zudem durch die Nähe zu ihrem Gemeindezentrum und dem Karl-Weiß-Altenheim gerade auch den alten Menschen, die dort wohnen, die Gelegenheit geben, an einer solchen Feier teilzunehmen.
Das Sonnwendfeuer soll mit traditionellen Flammensprüchen entzündet werden. Nach einer kurzen Besinnung, gestaltet durch Landespredigerin Ute Janz, werden gemeinsam Lieder zur Weihnacht und zum Licht gesungen.
Zum religiösen Hintergrund: Für die Freireligiösen, die Religion als In-Beziehung-Treten des Einzelnen zur Natur und zum Mitmenschen verstehen und erfahren, ist die Wintersonnenwende und mit ihr die Weihnachtszeit das bedeutendste Fest des Jahreskreises.
In der Besinnung auf die in der Erde schlummernde Lebenskraft, in der Freude auf den kommenden Frühling, das Vertrauen auf die Rückkehr des Lichts - die wieder länger werdenden Tage - und damit die Erneuerung des Lebens erfahren Freireligiöse Vertrauen in den Fortbestand des Lebens und seiner positiven Werte auch und gerade in unwirtlicher Zeit.
Die Feier ist Ausdruck des Wissens um die schöpferischen Kreisläufe und darum, dass Tod und Leben eine unauflösliche Einheit bilden, die einander wechselseitig bedingen. Weihnachten, die "geweihten Nächte" um den Zeitpunkt der kalendarischen Wintersonnenwende, ist für uns Freireligiöse die Zeit der Besinnung auf diese Zusammenhänge des Lebens und das Versprechen von Hoffnung auf das Wiedererstarken der "lichten" Kräfte im Leben. Dafür wird das Feuer entzündet. Es ist Sinnbild für Freude, Hoffnung und Lebensmut.
Gäste sind herzlich willkommen. Weihnachtsgebäck und ein warmer Trunk sorgen für das leibliche Wohl.

Ute Janz