21. DFW-Seminar:

Politik für einen gesellschaftlichen Konsens oder das Ende der deutschen Demokratie?

Unsere Medien überschlagen sich mit Berichten über den Arbeitsplatzabbau. Verunsicherung wird gestreut in Firmen und manchmal hat man den Eindruck, die Arbeitgeber wollen um keinen Preis zurückkehren in den Zustand der 60er bis 80er Jahre, in denen Vollbeschäftigung herrschte.

Sozialabbau wird auch von der Politik betrieben und mit der fehlenden Konkurrenzfähigkeit der Industrie begründet. Die Reden unseres neuen Bundespräsidenten Horst Köhler lassen keine volkswirtschaftlichen Perspektiven erkennen, die über makroökonomisches Fachwissen hinausweisen. Gleichzeitig aber ist Deutschlanddie Bundesrepublik Exportweltmeister und die Gewinne der Unternehmen explodieren! Immer weniger Menschen sollen immer mehr arbeiten und die anderen werden ausgegrenzt. Ist unsere Krise hausgemacht und nur herbeigeredet oder ist sie real und gar nicht abwendbar?

Massenarbeitslosigkeit in Deutschland hatte schon einmal ein demokratisches System zum Einsturz gebracht. Befinden wir uns in einem Zustand wie zum Ende der Weimarer Republik? Damals kamen auch Politikverdrossenheit, soziale Verunsicherung und fehlende demokratische Lebensorientierung zu ihrem Gipfelpunkt und der Zulauf zu extremistischen Parteien nahm sprunghaft zu. Die gegenseitige Blockade der großen Volksparteien, aber auch die Bockbeinigkeit der Arbeitgeber, neue Arbeitsplätze nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland zu schaffen, haben uns in diese politische, ethische und soziale Krise geführt. Oder gibt es tiefere Gründe, die nicht verstanden sind und noch einer Lösung harren? Die fehlende Perspektive gefährdet unser politisches System.

Im Rahmen dieses DFW-Seminars wollen wir diese Zusammenhänge aufarbeiten. Insbesondere die zentrale Bedeutung der Energiepolitik zur Schaffung von Generationengerechtigkeit in unserem politischen Gemeinwesen soll herausgearbeitet werden. Arbeitsplätze dürfen nicht wegrationalisiert werden, weil sie durch billige Energie und Automatisierung ersetzbar sind. Es muss zu einer neuen Bewertung von Arbeit und Energie kommen, um unsere politische Krise zu überwinden. Die Einfallslosigkeit der ökonomischen Theorien, die alle die Bewertung des Faktors Energie vergessen haben, muss überwunden werden. Auf diesem Wege wollen wir die sozialpolitische Resignation überwinden, Zuversicht in den Wirtschaftsprozess bringen und zu demokratischer Kultur in der Bundesrepublik beitragen.

Auf dem Programm stehen u.a. folgende Vorträge: Dr. Volker Mueller: "Arbeitslosigkeit als Ost- West Problem - Bemerkungen zu gegenwärtigen Identitäts- und Wertekrise". Dr. Jürgen Grahl: "Kann Politik Arbeitsplätze schaffen? - Schutzimpfung gegen die finale Ölkrise". Dietmar Michalke: "Die soziale Kompetenz der Wirtschaftsführer". Horst Prem: "Schlüsselrolle der Energiepolitik zur Herstellung von Generationengerechtigkeit"., Aussprachen und Gruppenarbeit zu den Referaten sowie ein musisch-heiterer Abend und eine Podiumsdiskussion mit den Referenten.

Tagungsort und Übernachtung: Franken-Akademie Schloss Schney, Schlossplatz 8, 96215
Lichtenfels, Tel 09571/97500.

Dr. Volker Mueller / Horst Prem