Pressedienst Ausgabe 4-2008


DFW-Hauptversammlung einberufen

Das DFW-Präsidium hat beschlossen, die ordentliche Hauptversammlung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) für den 25. und 26. Oktober 2008 nach Hamburg einzuberufen. Neben der Rechenschaftslegung des Präsidiums vor den Mitgliedsverbänden werden auch die alle vier Jahre stattfindenden Neuwahlen des Präsidiums durchgeführt werden.

Inhaltliche Schwerpunkte der Beratungen werden die Bündnispolitik des DFW und die Gründung eines Koordinierungsrats säkularer Organisationen, die Fortsetzung der internationalen Arbeit des DFW für eine Europäische Staatsbürgerlichkeit und ein säkulares Europa der Menschenrechte, die Gestaltung eines neuen Profils des DFW in den Medien, die verstärkten Bemühungen um einen integrativen werteorientierenden Schulunterricht und/oder eigene Unterrichtsfächer sowie freigeistige Kooperationen in der Jugend- und Sozialarbeit und in der Fest- und Feierkultur sein. Am 24.10.2008 wird um 15.00 Uhr, in Hamburg, Wartenau 13, eine Pressekonferenz zu den inhaltlichen und organisatorischen Schwerpunkten der Arbeit des DFW stattfinden.

Holocaust-Museum unterstützen!

Für den Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) ist es wichtig, dass das kritische Bewusstsein über die deutsche Geschichte insbesondere des 20. Jahrhunderts wach bleibt und weiter entwickelt wird. Daher unterstützt der DFW auch die Bildung eines Holocaust-Museums in Berlin als Zentrum für Dokumentation und Information über Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Lern- und Forschungsstätte für Frieden und Humanität.

Bitte unterstützen Sie ebenfalls die Entstehung dieser wichtigen Einrichtung:
www.holocaust-museum.de
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Kinderrechte ins Grundgesetz!

Schon seit einiger Zeit sieht es der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) als sehr notwendig an, die Kinderrechte als Grundrechte ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufzunehmen. Daher unterstützt der DFW die Initiative „Kinderrechte ins Grundgesetz“. Kinderrechte sind Menschenrechte und gehören in den Grundrechtekanon eines freien demokratischen Rechtsstaates. Die Menschenwürde und die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeiten sind insbesondere für unsere Kinder zu sichern.

Beteiligen Sie sich ebenfalls:
www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de.

 

Ausrufung des Charles-Darwin-Jahres 2009 des Dachverbandes Freier Weltanschaungsgemeinschaften e.V.

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. ruft auf, das Jahr 2009 zum Charles-Darwin-Jahr zu gestalten und sich mit dem Leben und dem Werk von Charles Darwin, seiner Entstehung, Wirkung und enormen Tragweite beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen die Evolutionstheorie und das damit zusammenhängende Entwicklungsdenken. Anlässe sind der 200. Geburtstag von Charles Darwin (12. Februar 1809 bis 19. April 1882) und der 150. Jahrestag des Erscheinens seines Epoche machenden Werkes „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life” („Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl”) im November 1859. Darwins Leben und Wirken, sein Werk und seine naturwissenschaftliche und weltanschaulich-philosophische Denkart, die den Darwinismus begründet, haben große wissenschaftsgeschichtliche und aktuelle Bedeutung.

Der Darwinismus ist eine naturwissenschaftliche Theorie, die die „Architekten“ der Evolution der biologischen Arten und den „struggle for live“ erkennt und beschreibt: die Selektion und Mutation. Evolution ist schon für Lamarck ein selbstorganisierter Prozess. Evolution ist für Darwin und Wallace ein real-historischer genetischer Prozess durch natürliche und geschlechtliche Selektion. Erst mit Darwin sind die biotische Evolution und die Abstammungslehre des Menschen wissenschaftlich erklärt und grundsätzlich gesichert.

Die Rekonstruktion der Evolution ist eine nicht vollendete Aufgabe. Die sich auf Darwin begründende Evolutionstheorie beinhaltet einen Komplex verschiedener Fragen und Aspekte und entwickelt sich selbst fort. Wenn wir auch feststellen können, dass Darwin im Großen und Ganzen recht hatte, so hat die Entwicklung der Naturwissenschaften und Philosophie selbst neue Sichtweisen und Problemstellungen für die Evolutionstheorie aufgeworfen und sie weiterentwickelt.

Darwins Theorien haben Konsequenzen für Philosophie und Weltanschauung. Sie führen zu einer naturalistischen Wende der Philosophie, zu einem philosophischen Materialismus, der die Welt (inkl. der Natur und den Menschen) aus sich selbst heraus und als naturgesetzlichen Prozess – ohne übernatürliche Kräfte – auffasst, erklärt und erkennt. Die Stellung des Menschen in der Natur ist keine besondere mehr. Selbst die Ethik mit ihren Werten und Normen hat sich evolutionär entwickelt.

Darwin ist für unser modernes Weltbild von ungeheurer Tragweite. Die weltanschauliche Brisanz der Evolutionstheorie liegt auf der Hand: Die Welt ist auf sich selbst und ihr Werden geworfen, ihre Entstehung und Entwicklung sind ein naturgeschichtlicher Prozess. Für einen Gott und für religiöse Vorstellungen von übernatürlichen oder irrationalen Mächten ist kein Platz (mehr). Darwin kann auch als Protagonist des (evolutionären) Humanismus betrachtet werden: Seine Erklärung des menschlichen Individuums und dessen naturgeschichtlicher Entwicklung führt zu einer humanistischen Ethik, die bisher noch wenig ausgelotet ist.

Darwins Theorien und der Darwinismus haben mit dem sog. Sozialdarwinismus als einer Ideologie vom Recht des Stärkeren nichts zu tun. Die Evolution der menschlichen Kultur unterliegt grundlegend anderen Prozessen.

Die aktuelle Auseinandersetzung um Darwins Evolutionstheorie und seine Abstammungslehre des Menschen sowie das damit zusammenhängende wissenschaftliche Entwicklungsdenken hat vor allem weltanschaulichen Charakter und mit der Weiterentwicklung der Evolutionstheorie kaum etwas zu tun. Als moderner Anti-Darwinismus stellen sich der Kreationismus und die Vorstellungen vom „Intelligent Design“ dar. Weltanschaulich-religiös motivierte bildungspolitische Forderungen, die Evolutionstheorie aus der Schule zu verbannen, gibt es nicht nur in den USA, sondern wurden und werden auch in Italien (2004), Serbien (2004), Deutschland (2007, Hessen) oder der Schweiz (2007/08) diskutiert. Der Europarat hat am 4. Oktober 2007 in seiner Resolution „Gefahren des Kreationismus in der Bildung“ eine eindeutig positive Haltung zum Darwinismus eingenommen.

Der DFW und seine Mitgliedsverbände werden Charles Darwins in mehreren Veranstaltungen gedenken und sein Erbe für gegenwärtige Problemstellungen nutzbar machen. Die zentrale Festveranstaltung des DFW wird am 1. März 2009 in Jena stattfinden.

Am 28. Februar wird eine begleitende wissenschaftliche Tagung des DFW zum Thema „Charles Darwins Entwicklungsdenken in seiner Bedeutung für Wissenschaft und Weltanschauung“ durchgeführt werden.

Präsidium des DFW
Dr. Volker Mueller

DFW unterstützt die Demonstration „Freiheit statt Angst“

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) sieht in dem Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung ein zu verteidigendes Menschenrecht. Er unterstützt daher u.a. die Aktivitäten des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung (www.wiki.vorratsdatenspeicherung.de) zur Vorbereitung und Durchführung einer Demonstration mit den Forderungen, die seit dem 11. September 2001 beschlossenen Sicherheitsgesetze der Bundesrepublik Deutschland zu überarbeiten und einer Aushöhlung der Freiheitsrechte sowie einer zunehmenden Überwachung der eigenen Bevölkerung entgegenzutreten. Es geht um den Erhalt unserer Privatsphäre.

Die Demonstration findet am 11. Oktober 2008 in Berlin statt.

Der DFW ruft insbesondere auch die verschiedenen freigeistigen, humanistischen und anderen säkularen Organisationen auf, sich an der Demonstration zu beteiligen und einen eigenen Block zu bilden. Als Ansprechpartner steht Armin Schmid (Email: armin_93105@yahoo.de) zur Verfügung.

Der Spendenaufruf zur Organisation der Demonstration wird durch den DFW unterstützt.
Das Spendenkonto bei der Sparda-Bank Hannover lautet:
Empfänger: FifF e.V.,
Konto-Nr.: 600927929,
BLZ: 25090500,
Verwendungszweck: AK Vorratsdatenspeicherung Herbst 2008

Neuerscheinung in der Schriftenreihe der Freien Akademie:

Im Mai 2008 erschien der von Prof. Dr.-Ing. Jörg Albertz herausgegebene Band 27 der Schriftenreihe der Freien Akademie: Mensch und Ökonomie – Wirtschaften zwischen Humanität und Profit.

Diesen wie die bisherigen anderen Bände können Sie über den Buchhandel oder über den Angelika Lenz Verlag bestellen und erwerben. Der Verlag bietet die Schriften der FA in einer besonderen Rubrik seines Verlages an und wirbt dafür auch in seinem an humanistischer Literatur besonders interessierten Kundenkreis. Alle Schriften werden portofrei versandt. Sie können direkt bestellt werden bei:

Angelika Lenz Verlag, Fasanenweg 8, 31535 Neustadt
Tel.: (05032) 66297. Fax: (05032) 66263, E-mail: info@lenz-verlag.de, Internet: www.lenz-verlag.de

„Darwin – der stille Forscher“

Ein Seminar zu diesem Thema findet am 01.11.2008 von 10 bis 17 Uhr in den Räumen der Freireligiösen Gemeinde Darmstadt, Herdweg 31, statt.

In Vorbereitung auf das Darwin-Jubiläums-Jahr 2009 werden die Vorträge verschiedener Referenten interessante Einblicke in Leben und Wirken des großen Biologen und Naturphilosophen geben. Veranstalter ist die Freigeistige Aktion für humanistische Kultur e.V.

Informationen und Anmeldungen bei: Freigeistige Aktion, Ortrun E. Lenz, Beethovenstraße 96, 63263 Neu-Isenburg, Tel. 06102-723509, ortrun.e.lenz@t-online.de

Haftbefehl für den Präsidenten des Sudan

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) unterstützt die Initiative des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofes, Luis Moreno-Ocampo, die Anschuldigungen gegen den Präsidenten des Sudan, Omar al-Bashir, Menschenrechtsverletzungen vor allem gegen die Bevölkerung in Darfur begangen zu haben, vor diesem Gerichtshof zu klären.

Im 60. Jahr der UNO-Resolution 217 A (III) zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist es an der Zeit, die moralischen Appelle durch eine juristische Aufarbeitung zu ergänzen. International verbindliche Verfahren über die persönliche Verantwortung sichern die Rechtsstaatlichkeit.

Wenn ein islamischer Provinzgouverneur den Haftantrag als einen Angriff auf den Islam darstellt und dem Westen mit einem Heiligen Krieg droht, dann zeigt dies wieder, dass der säkulare Wertekonsens über die Menschenrechte in vielen Ländern nicht verstanden wird. Auch die „große Besorgnis“ Chinas bleibt unverständlich. Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Menschenrechtsverletzungen kann man nur wirksam entgegentreten, wenn auch jeder Staatsmann weiß, dass er persönlich in einem rechtsstaatlichen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden könnte.
Die Menschenrechte und die Menschenwürde in Freiheit gilt es, als demokratischen Wertekonsens des 21. Jahrhunderts zu verteidigen, wenn wir nicht in das blutige 20. Jahrhundert zurückkehren wollen.

Dr. Volker Mueller / Horst Prem

Mittelalterliche Diskussionen von Muslimen und Katholiken im UN-Menschenrechtsrat

Ein subtiler Angriff auf den säkularen Wertekonsens der Menschenrechte

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) nimmt verwundert und sehr kritisch die jüngsten Debatten vom 16.6.2008 im UNO-Menschenrechtsrat zur Kenntnis. Der Rat hat für sich sämtliche Diskussionen über Religion verboten. Damit werden Kritiken an Menschenrechtsverletzungen in der islamischen Welt zum Schweigen gebracht. Wenn ein ägyptischer Abgeordneter im UN-Menschrechtsrat sagt, dass „der Islam in diesem Ausschuss nicht gekreuzigt werden wird“, dann zeigt dies das Unverständnis dieses Abgeordneten für den säkularen Wertekonsens der Menschenrechte.

Auch die am 22.3.2008 vorgetragene Forderung von Erzbischof Silvano Tomasi, päpstlicher Beobachter beim Menschenrechtsrat der UN, antireligiösen Fanatismus und ungerechtfertigte Diffamierung von Religionen zu untersagen, hat dazu beigetragen, den obigen Beschluss zu fassen. Er repräsentiert in guter Tradition der katholischen Kirche die Innovation, das göttliche Gesetz über das Recht zustellen. Diese Forderung hebelt die Menschenrechte aus und ist blanke Unterdrückung der individuellen Rechte.

Ideologien, Religionen und Weltanschauungen sollten nicht wesentlicher Gegenstand der Beratungen in diesem UN-Ausschuss für Menschenrechte sein, Menschenrechtsverletzungen aber sehr wohl, auch wenn sie religiös begründet werden. Steinigungen von sogenannten Ehebrecherinnen genauso wie die religiös begründete Todesstrafe sind Menschenrechtsverletzungen.

Wenn sich der UN-Menschenrechtsrat auf das Niveau begibt, nicht mehr den Konsens in Grundrechten wie Menschenwürde, Freiheit der Persönlichkeit, Meinungsfreiheit, Nichtdiskriminierung und Toleranz herbeizuführen, dann wird dieses UN-Gremium seiner Aufgabe nicht gerecht. Menschenrechte sind Individualrechte, die jedem Menschen zustehen. Auf die Menschenrechte können sich daher nur Individuen berufen und nicht gesellschaftliche Gruppierungen. Dieser säkulare Wertekonsens hat zur Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs geführt, um jeden für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und besondere Menschenrechtsverletzungen haftbar machen zu können, der solche begangen hat. Beschlüsse, sämtliche Diskussionen über Religionen zu verbieten, sind unwirksam, da diese nicht Gegenstand des Menschenrechtsrates sind. Wenn solche Beschlüsse aber gefasst werden, dann zeigt dies leider, dass dieser Rat seine Aufgabe verkennt. Die Nichtachtung der weiterentwickelten Rechtsphilosophie in Richtung der Individualrechte ist ein gravierender Verstoß gegen das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit. Wir verweisen ausdrücklich auf die ausführliche Stellungnahme der European Humanist Federation (EHF) an den „High Commissioner for Human Rights“ vom 27. Mai 2008. Wenn sich der UN-Menschrechtsrat zu einem den säkularen Wertekonsens bedrohenden Gremium entwickelt, dann kann dieser Bedrohung des Weltfriedens und der universellen Menschenrechte nur durch Auflösung dieses Rates durch den UN-Sicherheitsrat begegnet werden.

Dr. Volker Mueller / Horst Prem

„Integrativer Werteunterricht als staatliche Aufgabe? Warum behindert Artikel 7(3) GG?“

Ein Seminar zu diesem Thema findet vom 3. bis 5. Oktober 2008 in der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg statt.

Der DFW fordert den integrativen Werteunterricht, ähnlich dem Pflichtunterricht für Ethik in Berlin, für die gesamte Bundesrepublik. Begründung für die Streichung des Artikels 7(3) ist auch das zwischenzeitlich ergangene Urteil des BVerfGE vom 15.3.2007. Hierin wird ausdrücklich die Integrationsaufgabe des Staates zur Vermeidung von Parallelgesellschaften betont. Die Aufteilung der Klassenverbände nach Konfessionen und Weltanschauungen im Unterricht fördert nicht die Offenheit für eine Vielfalt der Meinungen, die konstitutive Voraussetzung einer öffentlichen Schule in einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen ist.

Die 16 Schulgesetze in Deutschland, die z.T. nicht die Bildungsziele Menschenrechte, Toleranz und Nichtdiskriminierung enthalten, behindern diese Integrationsaufgabe zusätzlich. Der Wertekonsens in Europa scheint aber zu existieren. Wie sieht die Position der freigeistigen Verbände zu diesem Fragenkomplex aus?

Tagungsort und Übernachtung: Jugend- und Bildungsstätte Klingberg, Fahrenkampsweg 7, 23684 Scharbeutz/Klingberg, Tel. 04524/9388 Fax 04524/1483

Anmeldung an obige Anschrift z. Hd. Astrid Steinbach oder info@bildung-klingberg.de bis spätestens 15.09.2008

Dr. Volker Mueller / Horst Prem

Säkulares Europa – Integrativer Unterricht für die Werteerziehung in Europa

Konferenz vom 21.–23. November 2008 in der Jugend- und Bildunggsstätte Klingberg/Scharbeutz

Eine Veranstaltung des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) in Zusammenarbeit mit der European Humanist Federation (EHF)

Wie wird in Europa zu Nichtdiskriminierung und Toleranz, zu Menschenrechten und Grundwerten erzogen? Ist Nichtdiskriminierung und Toleranz überhaupt ein Bildungs- und Erziehungsziel? Was ist der Kern des europäischen Wertekonsenses? Wie kann integrativer Unterricht gestaltet werden?

Anmeldung: Jugend- und Bildungsstätte Klingberg, z. H. Astrid Steinbach, Fahrenkampsweg 7, 23684 Scharbeutz, Tel. 04524/9388 Fax 04524/1483 oder per E-Mail: info@bildung-klingberg.de, bis zum 15.10.2008

Dr. Volker Mueller / Horst Prem

Fassadenenthüllung und fröhliches Sommerfest im freireligiösen Gemeindezentrum Mannheim

Am 30. Juni hatte die Freireligiöse Gemeinde Mannheim geladen, die neue Fassade ihres Gemeindezentrums in L 10, 4 – 6, zu begutachten. Das Gebäude beherbergt einen Verwaltungs- und einen Kult-raum (Carl-Scholl-Saal), den Jugendkeller sowie das in freireligiöser Trägerschaft befindliche Karl-Weiß-Heim, Seniorenzentrum am Lauerschen Garten. Das Seniorenzentrum beherbergt 90 Bewohner

Die Außenhaut des Hauses war in die Jahre gekommen, so dass Dachrinnen, Balkone, Verputz etc. erneuert werden mussten. Nach dem Verputz in strahlendem Gelb kam der Clou: Künstler sprühten einen Urwald auf die Fassade! Immergrüne Baumwipfel, Lianen, leuchtend bunte Blumen und ein Vogel sorgen nun für ein freundliches Aussehen des Gebäudes, das schon für einiges Aufsehen und viel Beifall gesorgt hat.

Dass Motive aus der Natur auf die Fassade geholt wurden, findet seine Erklärung in der weltlichen Ausrichtung der Freien Religion. Für Freireligiöse bedeutet Religion vor allem das Sich-eingebunden-Fühlen in die Natur. Natur ist dabei keine vermeintliche Idylle, sondern beinhaltet das Leben an sich mit all seinen Facetten, ein unabänderliches Prinzip von Werden und Vergehen. Naturbegegnung ist eine wesentliche Quelle freireligiöser Spiritualität und hat damit großen Anteil am Entstehen von Lebensqualität und Sinn. Mit der jugendlich frischen Fassadenmalerei, so die Hoffnung der Freireligiösen Gemeinde, soll ein bisschen mehr Lebensfreude in die Stadt und ins Seniorenzentrum hereingeholt werden.

Im Juli fand dann das Sommerfest der Freireligiösen Gemeinde Mannheim statt. Gemeindevorsitzende Sieglinde Duda freute sich, dass sich zu vielen Festbesuchern auch die Stadträte Roland Weiß, Pantelis Nikitopoulos, Ulrich Schäfer (alle SPD) und Gabriele Thirion-Brenneisen (GRÜNE), die Vorsitzende des Mannheimer Seniorenrats, Anita Gentgen, der Präsident des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands, Rainer Schrauth, sowie der Präsident der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz, Siegward Dittmann, gesellten. Von allen wurde die neugestaltete Fassade bewundert. So strahlte das „Gelb“ des Innenhofs mit der Sonne um die Wette, als Landespredigerin Ute Janz zum Fest-Thema „Froh zu sein bedarf es wenig ...“ sprach, das auch musikalisch umgesetzt wurde. Als Kanon zur Gitarre gesungen, klang es vielstimmig und leicht durch den Hof.

Viele gespendete Kuchen, Crêpes, Steaks, Bratwürste und Getränke aller Arten sorgten für die Stärkung der zahlreichen Besucher.

Kinder und Jugendliche traten mit Hip-Hop- und Street-Dance-Darbietungen auf; Kinder-Schminken und ein Jongleur rundeten das Programm ab. Bei der musikalischen Untermalung, die auch zum Tanzen genutzt wurde, kam es sogar zum „Wunder von L 10“: Eine Bewohnerin des Karl-Weiß-Heims, sonst im Rollstuhl, schaffte es zu einem Tänzchen mit einem Lehrer der Tanzgruppen. Ein schönes Fest ging langsam zu Ende.

„Mitfühlen – mitleben – die Grundlage der Ethik“

Wir werden überschüttet mit Meldungen über Gewalt, unterlassene Hilfeleistung, Rücksichtslosigkeit usw. Warum handelt die Mehrheit der Menschen trotzdem ethisch? 

Dass schon Tiere einander helfen, ist bekannt. Wie kann man dieses Handeln bei Menschen fördern und unterstützen? Eine der zentralen Erkenntnisse dazu ist die Förderung des Mitgefühls, wie sie auch der Buddhismus und andere Religionen fordern. Oder im freireligiösen Sprachgebrauch ausgedrückt: die Förderung der Menschlichkeit! Was kann man da tun? Die Landessprecherin der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz, Renate Bauer, spricht zu diesem Thema an folgenden Veranstaltungsorten:

Freireligiöse Gemeinde Neustadt, GDA-Wohnstift, Haardter Str. 6, Neustadt, 21. September 2008, 10 Uhr
Freireligiöse Gemeinde Iggelbach, Gemeindepavillon Haus Mühleck, Iggelbach, 21. September 2008, 15 Uhr
Internet: www.freireligioese.de, pfalz@freireligioese.de.