Pressedienst Ausgabe 4-2006


Internationale und deutschlandweite Kooperation mit anderen Verbänden steht im Vordergrund

Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) traf sich zur Hauptversammlung in Berlin

Mit einem positiven Rückblick auf Erreichtes und optimistischer Vorschau auf die künftige Verbandsarbeit traf sich Ende Oktober 2006 der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) zur Hauptversammlung. Diese fand zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg in Berlin statt. Für die Delegierten der neun Mitgliedsverbände und das Präsidium standen neben den Jahresberichten aus dem Präsidium und der Revisionskommission sowie der Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit und Feierkultur aktuelle Vorhaben und Anträge auf der Tagesordnung. Einen Schwerpunkt bildete die Diskussion um die künftige Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, um sich konstruktiv vor allem in den europäischen Einigungsprozess einzubringen. Auch die innerdeutsche Kooperation zwischen dem Dachverband und anderen freigeistigen und humanistischen Vereinigungen beschäftigte die Delegierten.

"In der Geschichte der freigeistigen Bewegung Deutschlands hatte und hat Berlin eine besondere Bedeutung", würdigte DFW-Präsident Dr. Volker Mueller den Tagungsort und übergab die Eröffnungsworte an Anke Reuther von der Freireligiösen Gemeinde Berlin. Ihr Verein feierte im vergangenen Jahr sein 160-jähriges Bestehen. "Wir haben deshalb den Fokus unserer Arbeit auf die Geschichtsaufarbeitung gelegt", sagte Anke Reuther. Zum Auftakt der Sitzung spielte sie einige vertonte Gedichte des freireligiösen Künstlers Bruno Wille ab, der Ende des 19. Jahrhunderts die Freie Volksbühne und Freie Hochschule Berlins, Vorläufer der heute bekannten und beliebten Volkshochschulen, gegründet hatte. DFW-Präsidiumsmitglied Norbert Weich vom Humanistischen Freidenkerbund Brandenburg (HFB) betonte, dass sich die freigeistigen und freireligiösen Verbände verstärkt an ihre Wurzeln und Traditionen zurückerinnern sollten. In ihrem Jahresbericht schlug deshalb Ute Janz, im Präsidium verantwortlich für Fest- und Feierkultur, vor, individuelle Riten und besondere Feierlichkeiten der Mitgliedervereine in einem Pool zu sammeln.

Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes wünschte sich Ortrun Lenz noch mehr Aktivität aus den einzelnen Vereinen. "Wir werden demnächst ein Verzeichnis mit Referatsthemen herausgeben, die unsere Mitglieder für Seminare zur Weltanschauung, Werteerziehung, Fest- und Feierkultur und viele andere Gesellschaftsbereiche anbieten können", sagte die Medienverantwortliche des Dachverbandes. Sie hoffe auf viele Referenten, die mit einem Eintrag in die Liste helfen, das freigeistige Netzwerk zu stärken. Der Themenkatalog und weitere Verbandsnachrichten finden sich im neu gestalteten Internetauftritt des DFW (www.dfw-dachverband.de), den Monika Hendlmeier vom Bund für Geistesfreiheit Bayern betreut.

Als Erfolg für die Verbandsarbeit wertete Vizepräsident Horst Prem, dass die Bundeswehrvereinigung und das Bundesverfassungsgericht das DFW-Heft Nr. 21 zum Thema "Politik für einen gesellschaftlichen Konsens oder das Ende der deutschen Demokratie" in ihre Bibliotheken aufgenommen haben. Die Broschürenreihe entsteht aus den Beiträgen zu gleichnamigen Seminaren, zu denen der Dachverband einmal jährlich einlädt. Im Januar 2007 wird es in diesem Rahmen eine Veranstaltung zum Thema "Ethik ohne Kirche" geben. "Für uns gibt es noch viel zu tun, denn nach wie vor wird die Trennung von Kirche und Staat in Deutschland ständig verletzt", sagte Horst Prem. So sei der DFW trotz hartnäckiger Bemühungen noch nicht in den Nationalen Ethikrat aufgenommen worden und auch im "Bündnis für Erziehung" von Familienministerin Ursula von der Leyen nicht vertreten. "Wir müssen immer wieder wichtige gesellschaftspolitische Themen aufgreifen und unsere weltanschauliche Position in der Öffentlichkeit klar machen. Mit einigen Anträgen, Aktionen und Pressebeiträgen ist uns das in den vergangenen Jahren bereits besser gelungen", resümierte Dr. Volker Mueller. Als Beispiel nannte er die Aktionen im Rahmen des Papstbesuches in Deutschland vom September 2006 und die Standpunkte des DFW zur Verfassung der Europäischen Union.

Viel diskutiert wurde auf der Hauptversammlung die weitere Arbeit der sog. Sichtungskommission (SK). Das Gremium soll gemeinsame Ideen und Ziele zwischen dem DFW, dem Humanistischen Verband Deutschlands (HVD), dem Deutschen Freidenkerverband (DFV), dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) und anderen säkularen Verbänden ausloten und umsetzen. "Ich halte nach wie vor daran fest, dass die Sichtungskommission wichtig für gemeinsame Wege bleibt – bei allen Unterschieden, die die Verbände in ihrer eigenen Arbeit trennen", betonte Dr. Volker Mueller. Mitunter gestalte sich das demokratische Miteinander jedoch sehr problematisch. So wurde verdeutlicht, dass vom DFW bisher gute Vorschläge und Konzepte eingebracht wurden, die die Kommission aber nicht gemeinsam aufnahm oder umsetzte. Stattdessen brachten die größeren Einzelverbände eigenständig Projekte ins Rollen. Auf der Hauptversammlung stimmten die DFW-Delegierten deshalb dafür, weiter in der Sichtungskommission mitzuarbeiten. "Wichtig ist bei dieser Entscheidung die Geste. Wenn wir den anderen Mitgliedern die Tür vor der Nase zuschlagen und ganz aussteigen, käme dies einem von uns gewollten Kontaktabbruch gleich. Die Verbände würden sich so mehr voneinander entfernen", fasste Friedrich Patzier vom Bund für Geistesfreiheit Bayern zusammen.

In Zukunft wird der DFW verstärkt das Wirken kleinerer Mitgliedsverbände fördern. "Wir haben lieber zehn aktive als 1000 Mitglieder, die sich nur in der Kartei befinden, sonst aber nie in Erscheinung treten", betonte Horst Prem. Nach wie vor stehe das Ziel, die Kräfte im Dachverband zu bündeln und gezielt einzusetzen, im Vordergrund. "Wir müssen auch die bilaterale Zusammenarbeit zwischen zwei Einzelverbänden unter unserem Dach weiter ausbauen", ermahnte Dr. Volker Mueller. Das Wirken auf internationaler Ebene will der DFW durch die Mitgliedschaft in der International Ethical and Humanist Union (IHEU) und der European Humanist Federation (EHF) ausweiten. "Gemeinsam können wir uns so in politische Diskussionen, wie das Schaffen einer laizistischen Verfassung für die Europäische Union, einbringen", sagte Dr. Volker Mueller. Horst Prem schlug vor, sich aktiv an der EU-Initiative "Citizens for Europe to promote European Citizenship" zu beteiligen und Vorschläge für eine integrative Werteerziehung in Europa zu sammeln.

Für 2007 hat der Dachverband das Robert-Blum-Jahr ausgerufen, das im kommenden September mit einem Festakt in Berlin begangen wird. Langfristig werden zudem das 60-jährige Bestehen des DFW und das Charles-Darwin-Jahr zum 200. Geburtstag des Wissenschaftlers 2009 vorbereitet.

Marie Prott


Humanistische Freidenker in Brandenburg haben gewählt

Kürzlich fand der 6. ordentliche Verbandstag des Humanistischen Freidenkerbundes Brandenburg e.V. in Bernau statt. Neben der Bilanz der bisherigen Arbeit und den Beratungen über die weiteren Aufgaben wurde auch der Vorstand neu gewählt: Als Vorsitzender wurde Dr. Volker Mueller (Falkensee) wiedergewählt, seine Stellvertreter sind Norbert Weich und Heinz Klos (beide Bernau), Marina Sult (Ketzin) ist Schatzmeisterin und Katrin Jura (Wagenitz) und Karina Berg (Bernau) sind Beisitzerinnen.

Inzwischen existiert die freie Weltanschauungsgemeinschaft über zehn Jahre und ist aktives Mitglied des bundesweiten Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. und des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg e.V. Sie konnte einige wichtige Aufgaben in Aufklärung und Bildungspolitik in Angriff nehmen. Jugendfeiern und Trauerkultur sind bewährte Aufgabenfelder. Die humanistische Jugend- und Sozialarbeit hat einen besonders hohen Stellenwert in der humanistischen Weltanschauungsgemeinschaft.

Als Interessenvertreter konfessionsfreier Menschen in Brandenburg werden folgende Schwerpunkte realisiert:

- soziale Hilfen und Beratungs- und Betreuungsangebote sowie Lebenshilfe für Behinderte, sozial Schwache, Obdachlose, Suchtgefährdete
- freigeistig-humanistische Jugendarbeit, offene Jugendarbeit, Jugendbildung und -freizeit
- weltliche Fest-, Feier- und Trauerkultur
- weltanschauliche Arbeit, Bildung, Schulangebote, Aufklärung

Besonders wurde das gegenwärtige und zukünftige Engagement des HFB für die Einführung und Gestaltung des freiwilligen Unterrichtsangebots "Humanistische Lebenskunde" an Brandenburger Schulen hervorgehoben. Es ist als ein bedeutsamer und historischer Erfolg zu bewerten, dass der HVBB als Weltanschauungsgemeinschaft das Recht erhalten hat, ein eigenes bekenntnisgebundenes Unterrichtsangebot an Brandenburger Schulen zu entwickeln.

Das Bestreben des HFB, mit dem HVBB ein freiwilliges Unterrichtsfach Humanistische Lebenskunde auch in Brandenburg einzuführen, steht nicht im Gegensatz zu der Unterstützung eines werteorientierenden, integrativen Unterrichts für alle Schüler, wie er in dem staatlichen Schulfach Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) in Brandenburg gut realisiert wird. Lebenskunde soll z.B. auch nur in der Grundschule, eventuell in der Sekundarstufe II, sowie an Schulen, wo kein LER durchgeführt wird, stattfinden. Lebenskunde ist eine Alternative zum Religionsunterricht, nicht zu LER.

Der HVBB bereitet sich mit Unterstützung des HFB solide vor, neben dem kirchlichen Religionsunterricht auch "Humanistische Lebenskunde" für konfessionslose Schüler ab 2007 anzubieten. Ein Landesinstitut für Huma-nistische Lebenskunde Brandenburg des HVBB ist gegründet. Von den guten Erfahrungen des Berliner HVD wird dabei profitiert.

Der Humanistische Freidenkerbund hat durch sein jahrelanges Wirken vor Ort in der Jugendarbeit, in der Hilfe für Menschen mit sozialen Problemen, in der Gestaltung eigener kultureller Angebote wie der Jugendfeier, den Namensfeiern, der weltlichen Trauerkultur, in der Jugend- und Erwachsenenbildung, in den Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit und für mehr Toleranz und Demokratie in Brandenburg und vielem mehr bewiesen, dass er ein verlässlicher und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil sozialer und kultureller Wirklichkeit in Brandenburg ist.

 

Ein kritischer Gedanke geht um die Welt
5. IHEYO Konferenz 2006 in Vijayawada/Indien

Der Sound einer Madeltrommel ist vom Dach zu vernehmen. Nepalesische Klänge mischen sich mit Gelächter, Stimmen und dem Straßenlärm der späten Abendstunde. Im Atheist Centre in Vijayawada haben sich 43 junge Menschen aus elf verschiedenen Ländern von vier Kontinenten zusammengefunden, um die Nacht mit internationalen Klängen zu erfüllen.

Anlass ist die 5. IHEYO-Konferenz, an der in diesem Jahr junge Trainer und Lehrer aus humanistischen Feldern teilnehmen, um zum Thema "Critical Thinking in Free Inquiry in Education" eine Woche lang Workshops, Seminare und Vorträge zu besuchen, an Diskussionen teilzunehmen oder einfach nur den Austausch mit anderen jungen und aktiven Humanisten zu suchen. Wichtig sind hier der Austausch von unterschiedlichen Lehrpraktiken, pädagogischen Methoden des Lehrens und Diskussionen für weitere Ideen. Eine großer Wunsch ist die Chance auf viele Kontakte und neue Lernbereiche, die Vielfalt der Erfahrungen und eine Fülle von unterschiedlichen Fähigkeiten, kritisches Denken zu lehren.

Die Erwartungen an die Konferenz mischen sich hier mit den jahrelangen und erfolgreichen Arbeitskonzepten des Atheist Centres, welches eine der bekannten atheistischen Organisationen ist, die sich für soziale Gerechtigkeit und humanistische Grundwerte einsetzen. Das Atheist Centre ist in viele säkulare Aktivitäten im Bereich der Sozialarbeit involviert, um für soziale Veränderungen in einer gewaltfreien Art und Weise zu werben. In ihrer Arbeit legen seine Mitarbeiter besonderen Wert auf ein demokratisches und kosmopolitisches Erscheinungsbild, das sich durch verschiedene Bildungs- und Ausbildungsprozesse hindurch widerspiegelt, um den Bürger an sich zu einem besseren Menschen zu machen, indem sie ihm dabei helfen, seine Möglichkeiten an Verantwortung und Pflichten gegenüber der Umwelt und Gesellschaft deutlich zu machen.

Integriert in das gut gefüllte Programm der Konferenz ist auch ein Tagesausflug zu einer der Campusanlagen, um Projekte des Centres kennen zu lernen. Hier werden Dörfer in ländlichen Gegenden betreut, die durch mehrere Naturkatatrophen zerstört wurden oder unterentwickelte Strukturen aufweisen, da es keinen Strom, Wasseranschluss oder keine Anbindung an eine örtliche Schule gibt. In vielen dieser Dörfer arbeitet Artik Samata Mandal (ASM), eines der drei großen Projekte das Atheist Centres, schon jahrelang mit Erfolg und sich langsam verbessernden Strukturen. Jede Veränderung braucht ihre Zeit.

Auch diese Konferenz ist ein Meilenstein in der jungen humanistischen Bewegung, da es das erste Mal ist, dass eine Konferenz mit so vielen Leitern, Trainern und Lehrern mit einem humanistischen Hintergrund stattfindet. Humanismus heißt leben in atheistischem und verantwortungsvollem Umgang miteinander, basierend auf rationalem Denken. Es bietet die Plattform für einen internationalen Austausch zwischen Rationalisten, Atheisten, Skeptikern und Humanisten. "Critical Thinking" ist einer der wichtigsten Grundsätze für Autonomie. Es ist wichtig, die Informationen zu verarbeiten, zu verstehen und zu hinterfragen. Immer noch gibt es weltweit viel Streit aus religiösen Gründen sowie traditionelles Ignoranzverhalten aufgrund von Glaubensfragen und Missachtung der Menschenrechte. Es ist wichtig, für Toleranz zu werben und Vorurteile abzubauen. Dieser Austausch ist jedenfalls gut für die Weiterentwicklung in jedem Land.

So wird abends die Trommel geschlagen, laut gesungen, viel erzählt und weiter über Dinge diskutiert, für die man tagsüberdie noch keine Zeit gefunden hatte. Ein internationales Treffen wie dieses ist weit mehr als nur ein offizielles Konferenztreffen, da es Völkerverständigung und Interesse an anderen Kulturen weckt und die Jugend bestärkt, in ihren Aktivitäten weiterzugehen, neue Kontake zu knüpfen und Ideen für ihre Arbeit und Zukunft zu sammeln. Hoffen wir das Beste.

Silvana Uhlrich (2. Vize-Präsidentin IHEYO)

 

Erste Nachrichtenagentur für freigeistige und humanistische Informationen online
Humanistischer Pressedienst für konfessionsfreie Berichterstattung

Das virtuelle Wissensangebot des Internets ist scheinbar so unendlich wie das Universum. Wer spezielle Informationen benötigt, wird dort am schnellsten fündig. Etwas schwieriger gestaltete sich bisher jedoch die Suche nach Portalen, die vornehmlich humanistische und konfessionsunabhängige Nachrichten verbreiten und bündeln. Seit Mitte Oktober nun ist die erste Webseite dieser Art online: Der Humanistische Pressedienst (kurz HPD), zu finden unter der Internetadresse www.hpd-online.de, bietet aktuelle Informationen zu Themen aus Politik und Gesellschaft. Sie werden unabhängig von der Kirche, Religionen und anderen Ideologien journalistisch aufbereitet und dem User in einem übersichtlichen und benutzerfreundlichen Layout präsentiert.

Der Humanistische Verband Deutschland (HVD) und die Giordano-Bruno-Stiftung finanzieren das Newsprojekt. "Wir haben gemerkt, dass die Menschen es leid sind, sich mit ihrer konfessionslosen Lebensweise kaum in tagesaktuellen Berichten wieder zu finden", sagte Carsten Frerk bei der Pressekonferenz am 20. Oktober 2006 im Roten Rathaus in Berlin, auf der die Internetseiten der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Horst Groschopp vom Humanistischen Verband betonte, dass man sich neben den zwei großen Kirchen im Land und anderen religiösen Gruppen deutlich positionieren müsse. "Wer nichts sagt, kann auch nicht gehört werden", stellte der HVD-Vorsitzende fest. Gleichzeitig betonte er, dass das Nachrichtenportal sich nicht als eine Verbreitungsmaschine von Verbandsnachrichten des Humanistischen Verbandes oder Giordano-Bruno-Stiftung verstehe. "Wir wollen kritisch auf alle freigeistigen, humanistischen und freireligiösen Verbände in Deutschland schauen", versicherte Chefredakteur Carsten Frerk. In Deutschland gäbe es mehr als 20 Organisationen, denen das Prinzip eines selbstbestimmten Lebens ohne Gott gemeinsam sei. "Trotz unterschiedlicher Auffassungen der verschiedenen Vereine gibt es eine gemeinsame Schnittmenge von Überzeugungen, die das Newsportal objektiv abbilden wird. Die journalistisch unabhängige Redaktion der Nachrichtenagentur ist nur den eigenen Prinzipien verpflichtet", betonte die HPD-Chefredaktion. Freigeistige und humanistische Positionen sollen in den Medien und der Politik durch das Portal mehr Beachtung finden. Innerhalb der Verbandslandschaft und für alle konfessionslosen Menschen soll der Online-Dienst mit einem gemeinsamen Veranstaltungskalender und Pressemeldungen der Organisationen integrierend wirken.

Übersichtlich und mit schnellem Zugriff bietet das Portal aktuelle Tagesmeldungen aus Deutschland und der Welt, die ganz im Stil von Nachrichtenagenturmeldungen zuerst die aktuellsten präsentieren. Ältere Nachrichten rutschen in der Auflistung nach unten. In der Rubrik "Externe Presse" werden Artikel anderer Medien anmoderiert und zum Weiterlesen verlinkt. Pointiert analysieren meinungsbetonte Beiträge, wie Kommentare oder Glossen, tagesaktuelle Ereignisse unter freigeistigen Gesichtspunkten. Auf der Startseite oben rechts findet sich der interessante Link "Gedenktage", hinter dem sich täglich ein Bericht zu Geburtstagen berühmter Persönlichkeiten oder zu historischen Ereignissen der humanistischen Bewegungen verbirgt.

Marie Prott

 

Ethik ohne Kirche!

Ein Seminar mit diesem Thema findet vom 26.-28. Januar 2007 in der Frankenakademie Schloss Schney statt.

Veranstalter ist der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften, der damit bereits sein 23. DFW-Seminar plant.

Informationen und Anmeldungen über dfw-praesident@web.de

 

Ferien an der Ostsee

Die Freirelgiöse Landesgemeinde Pfalz bietet im nächsten Sommer wieder, wie alle zwei Jahre, eine Familienfreizeit in der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg in Scharbeutz/Ostsee an, und zwar vom 14. bis 28. Juli 2007. Optional ist bereits davor, vom 7. bis 14. Juli, eine Freizeitvorwoche buchbar.

Seit 1995 fahren Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden, Berlin und der Schweiz zur Familienfreizeit der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz nach Klingberg in Scharbeutz (Ostsee), um einen erholsamen Urlaub zu verbringen. Das Haus ist eine Einrichtung der Deutschen Unitarier, wird von engagierten Unitariern geleitet, ist behindertengerecht ausgebaut und hat eine überaus freundliche und hilfsbereite Atmosphäre. Es verfügt über Mehrbettzimmer mit direktem Zugang zur Wiese sowie Doppelzimmer und wenige Einzelzimmer. Daneben bietet das Haus zahlreiche Aufenthaltsräume mit vielen Spiel- und Freizeitmöglichkeiten (Sport- und Spielplatz, Sporthalle, Werkraum, Kamin, Bar). Auch bei schlechtem Wetter ist für "Auslauf" gesorgt. Zum Pönitzer See mit Strandbad beträgt der Fußweg 15 Minuten durch den Wald, an den Strand zur Ostsee mit dem Auto fünf Minuten. Außerdem kann man wandern, Fahrräder mieten, Ausflüge machen u.v.m.

Die Anreise erfolgt privat. Programmgestaltung wird vor Ort gemeinsam gemacht, nach dem Willen und den Wünschen der Beteiligten. Die Preise bewegen sich zwischen 190 (Kinder unter 4 Jahre) und 720 Euro (Erwachsene im Einzelzimmer), je nach Alter und Zimmerart (bitte bei Interesse erfragen). Information und Anmeldung über die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz, Wörthstr. 6 a, 67059 Ludwigshafen, Tel. 0621-512582, Fax 0621-626633, E-Mail: pfalz@freireligioese.de


Unsere Ressourcen: Wasser, Öl und Klima

17 Prozent der Erdbevölkerung verbrauchen 80 Prozent der Ressourcen. Wie soll Verteilungsgerechtigkeit erreicht werden? Unser westliches Wirtschaftssystem vergrößert ständig den Abstand im Bruttosozialprodukt zwischen Entwicklungs- und Industrieländern. Dies ist eine Ursache für die terroristische Bedrohung, der wir nicht durch Kriege begegnen können. Den gleichen Fehler hat vor rund 2000 Jahren das Römische Reich begangen. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt! Rom musste für sein Wirtschaftssystem den Sklavennachschub durch Kriege sicherstellen. Heute kämpfen einige westliche Nationen um die Energiesklaven im Nahen Osten. Haben wir denn nichts gelernt.

Mit Öl, Gas, Kohle und Uran ist aber keine Verteilungsgerechtigkeit mehr zu erreichen. Verschiedenen Völkern wird im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben, und wir benutzen die Flüsse und die Atmosphäre als Müllhalde. Sind unsere verschrobenen Wertvorstellungen Auslöser für diese Fehlentwicklungen?

Die Globalisierung der Wirtschaft schreitet ohne Globalisierung der Wertvorstellungen voran. Für letztere ist aber eine dialogisch-integrative Werteerziehung im multikulturellen Gemeinwesen Voraussetzung. Erste Ansätze in diese Richtung sind in Brandenburg mit dem Fach Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde (LER) beschritten worden und werden nun in Berlin mit dem Pflichtfach Ethik noch konsequenter fortgeschrieben. Der konfessionelle Unterricht bleibt davon unberührt. Die Schwachstelle dieses konfessionellen Unterrichtes liegt allerdings in der Aufteilung der Klassenverbände nach Konfessionen. Toleranz ist aber nur erlernbar, wenn über Werteunterschiede und verschiedene Lebensentwürfe im geschlossenen Klassenverband gesprochen wird.

Die Präambel des Europäischen Verfassungsentwurfes weist in die Richtung der Eigenverantwortung des Menschen. Kann sich Europa darauf verständigen, wenn selbst die deutsche Kanzlerin diesen Entwurf durch einen beliebig interpretierbaren, jenseitigen Gottesbezug ergänzen möchte?

Horst Prem
(Vizepräsident des DFW)