Pressedienst Ausgabe 1-2009


Festveranstaltung in Jena: Charles Darwins 200. Geburtstag gewürdigt

Zu einer wissenschaftlichen Tagung mit anschließender Festveranstaltung hatte der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) am Wochenende nach Jena eingeladen. Wie schon vor 100 Jahren zum 100. Geburtstag wurde Darwin im dortigen Volkshaus gewürdigt, in dem damals der berühmte Jenaer Zoologe und Darwin-Verfechter Ernst Haeckel die Laudatio hielt

Die Mitglieder des DFW-Präsidiums hatten sich bereits am Freitagabend und Samstagvormittag zu einer Sitzung in Jena getroffen. Am Samstagnachmittag fand eine wissenschaftliche Fachtagung im Volkshaus statt, die unter das Thema „Charles Darwins Entwicklungsdenken in seiner Bedeutung für Wissenschaft und Weltanschauung“ gestellt war. Nach der Begrüßung durch DFW-Präsident Dr. Volker Mueller (Falkensee) hörten rund 60 Teilnehmer die Vorträge „Der alte Darwin und die neuen Theorien“ (Dr. Dr. Jan Bretschneider, Weimar), „Die Ablehnung des Sozialdarwinismus als Grundlage der modernen Soziologie“ (Ortrun E. Lenz M.A., Neu-Isenburg) sowie „Darwinismus und Darwin: Entbindet uns die Wissenschaft von der ethischen Verantwortung?“ (Renate Bauer, Ludwigshafen). Darüber hinaus hielt Dr. Dr. Jan Bretschneider einen weiteren Vortrag zum Thema „Kreationismus“. Er erfüllte damit spontan und unvorbereitet den Wunsch des Publikums, indem er für den erkrankten Referenten Martin Koch einsprang und dessen Part übernahm.

Die Anwesenden, die teils aus Jena kamen, teils aus vielen Gegenden Deutschlands und aus Luxemburg angereist waren, diskutierten zu allen Vorträgen sehr ausgiebig, kontrovers und sachkundig. Die Tagung verlief in angenehmer Atmosphäre, wozu u. a. auch das Ambiente, der historische Saal im Volkshaus, beitrug.

Am Sonntagvormittag fand das Wochenende mit der Festveranstaltung am selben Ort eine würdige Fortsetzung. Nach einer Einführung in das Thema durch Dr. Volker Mueller hielt Prof. Dr. Rolf Röber (Marzling) den sehr lebendig gestalteten Festvortrag „Darwin gestern und heute“, den das Publikum mit viel Applaus quittierte. Anschließend brachte der Schauspieler Karl Koch (Berlin) eine Probe seines Könnens dar, indem er das satirische Ein-Mann-Stück „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka aufführte. Seine faszinierende Darstellung des zum Menschen gewordenen Affen begeisterte das Publikum und gab der Veranstaltung einen passenden und würdevollen Abschluss.

Insgesamt machte die Jubiläumsveranstaltung deutlich, wie viel wir Darwin zu verdanken haben. In diesem Jahr wird nicht nur sein 200. Geburtstag gefeiert, sondern auch der 150. Jahrestag des Erscheinens seines Epoche machenden Werkes „Über die Entstehung der Arten“. Darwins Leben und Wirken, sein Werk und seine naturwissenschaftliche und weltanschaulich-philosophische Denkart, die den Darwinismus begründet, haben große wissenschaftsgeschichtliche und aktuelle Bedeutung.

Ortrun Lenz

Zur Einstellung des Petitonsverfahrens, 7(3) GG ersatzlos zu streichen

Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung stellt sich wie folgt dar:

„Nach Artikel 7 Absatz 3 GG ist der Religionsunterricht in öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen. Somit ist der Staat verpflichtet, innerhalb des staatlichen Schulwesens Religionsunterricht einzurichten, d.h. zu veranstalten und die Kosten zu tragen. Artikel 7 Absatz 3 GG garantiert die Religionsausübung in Form des Religionsunterrichts innerhalb des staatlichen Schulwesens und als Teil der Ausübung öffentlicher Gewalt (Jarrass/Pieroth, GG, 8.Aufl. 2006, Artikel 7, Rn. 8 m.w.N.). ... Sein Gegenstand ist vielmehr der Bekenntnisunterricht, nämlich die Glaubenssätze der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Diese als bestehende Wahrheit zu vermitteln ist seine Aufgabe. ... Die Ausrichtung des Religionsunterrichts an den Glaubenssätzen der jeweiligen Konfessionen ist der unveränderliche Rahmen, den die Verfassung vorgibt. Innerhalb dieses Rahmens können die Religionsgemeinschaften ihre pädagogischen Vorstellungen über Inhalt und Ziel des Religionsunterrichts entwickeln, denen der Staat aufgrund des Übereinstimmungsgebots des Artikels 7 Absatz 3 Satz 2 GG Rechnung tragen muss.

Der Religionsunterricht führt nach Ansicht des Petitionsausschusses nicht zu den von dem Petenten beschriebenen Konsequenzen. Im Rahmen des Gestaltungsspielraumes der Länder wird den Integrationszielen Rechnung getragen, so dass im Hinblick auf die lediglich auf einzelne Unterrichtsstunden begrenzte Aufteilung der Klassenverbände nicht zu besorgen ist. Der Ausschuss kann aus den dargelegten Gründen das mit der Petition verfolgte Anliegen nicht unterstützen. Er empfiehlt, das Petitionsverfahren abzuschließen.”

Im Begleitbrief heißt es dann: „Der Deutsche Bundestag hat Ihre Petition beraten und am 27.11.2008 beschlossen: das Petitionsverfahren abzuschließen.” Die Begründung zur Einstellung des Petitionsverfahrens geht nur insofern auf den Kern der Petition ein, als die Länder im Rahmen des pädagogischen Gestaltungsspielraumes den Integrationszielen Rechnung tragen sollen. Dies entspricht aber keiner verfassungsmäßigen Fassung der Integrations- und Nichtdiskriminierungsaufgabe in einem pluralistischen Staat. Diese Begründung ist der exemplarische Beweis wie der Deutsche Bundestag Artikel 7(3) benutzt, um sich aus seiner Integrationsaufgabe zu stehlen. Wenn es Aufgabe der Religionsgemeinschaften ist, „die bestehenden Wahrheiten der Religionen zu vermitteln“ wird der Absolutheitsanspruch der Religionen durch die Ausübung öffentlicher Gewalt gedeckt und es bleiben nicht nur die Erziehung aller Schüler zu Toleranz und Dialog als Grundvoraussetzung für die spätere Teilnahme am demokratischen Willensbildungsprozess, sondern auch für ein gedeihliches Zusammenleben in wechselseitigem Respekt vor Glaubensüberzeugungen und Weltanschauungen anderer auf der Strecke. Konsequenz sind dann Online-Durchsuchungen von privaten Computern und die weiteren Einschränkungen der Bürgerrechte mit der Begründung wachsender Terrorgefahr. Der Grundsatz Verständigen und Verstehen in einer pluralen Gesellschaft wird Absolutheitsansprüchen geopfert.

Schüler gerade nach religiösem Bekenntnis zu trennen und ihnen keine Kenntnisse über die jeweils anderen Religionen ihrer Mitschüler zu vermitteln, trägt zur Förderung von Vorurteilen über die Religionen der anderen bei und verleiht diesem Thema eine eigentümliche Gewichtung, die die Vorurteilsbereitschaft noch eher verstärkt. Daher ist das Argument, wenige Stunden getrennten Unterrichts würden nichts ausmachen, praxisfern. Im Religionsunterricht sogenannte „bestehende Wahrheiten der Religionen zu vermitteln“ aus Artikel 7(3) zu folgern, ist eine Fehlinterpretation der Neutralitätspflicht des Staates. Artikel 7(3) entbindet den Staat nicht für eine pluralistisch aufgestellte Gesellschaft seiner Integrationsaufgabe nachzukommen. Dies hat gerade das BVerfG (15.3.2007) im Zusammenhang mit der Nichtannahme der Klage zur Unvereinbarkeit des Ethikunterrichts in Berlin mit dem GG festgestellt. Gerade im Zeitalter terroristischer Bedrohung, die Erziehung zu Toleranz und Nichtdiskriminierung verfassungsrechtlich zu fassen, ist Fürsorge für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer Gruppen und erfordert, das GG den gegebenen Realitäten anzupassen.

Ausdrücklich stellen wir fest, dass der Deutsche Bundestag mit seiner starren Haltung, „bestehende Wahrheiten der Religionen” nach Artikel 7(3) vermitteln zu müssen, seiner Fürsorgepflicht für ein friedliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft und der Aufforderung in der UN-Menschenrechtserklärung, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten zu fördern, nicht nachkommt.

V.i.S.d.P. Horst Prem

 

„Bewusstsein und Ich – Implikationen neuer Erkenntnisse über Gehirn und Geist für Gesellschaft und Mensch

Wissenschaftliche Tagung der FREIEN AKADEMIE 21.–24.05.2009 Schloss Schney:

In den letzten Jahren entwickelten sich die Erkenntnisse über das menschliche Gehirn und seine Funktionsweise in hohem Tempo. Neue Forschungsergebnisse über die Physiologie und Struktur des Gehirns werfen Fragen auf sowohl für unser Selbstbild als Menschen wie auch für die menschliche Gesellschaft und ihre Vorstellung vom Menschen überhaupt. Sind wir wirklich so frei wie wir denken? Woraus leiten sich unsere sozialen und ethischen Verhaltensweisen und Werte ab? Müssen wir z.B. anders mit Straftätern umgehen? All dies sind Fragen, die in den letzten Jahren intensiver diskutiert werden.

Es ist zu prüfen, inwieweit die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse bisherige philosophische und einzelwissenschaftliche Überlegungen zum Menschen und zu ethischen Problemen tatsächlich in Frage stellen oder ob nicht die Philosophie erst recht herausgefordert ist, bei den möglichen Implikationen moderner Bewusstseinsforschung kritisch konstruktiv mitzudiskutieren. Speziell im freigeistigen Raum interessieren daher die Thesen eines neuen neurologischen Determinismus des Menschen besonders. Auch die Grenzen bzw. die Grenzenlosigkeit unseres Bewusstseins stellt vor neue (und auch alte) Fragen, zu denen sowohl die Religionen und Weltanschauungen wie auch die Psychologie Beiträge liefern.

Den Diskussionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird auch in Arbeitskreisen Raum gegeben werden. Im interdisziplinären Diskurs wird die Thematik erörtert.

Wissenschaftliche Tagungsleiterin ist Frau Dipl.-Psych. Renate Bauer, Ludwigshafen.

Anfragen und Anmeldungen bitte an: Frau Alke Prem, Prinz-Otto-Str. 9, 85521 Ottobrunn

 

ICC – Anerkennung durch die USA?

Eine offizielle Delegation der Unitarier und des DFW besuchte am 60. Jahrestag der Annahme der Menschenrechtserklärung durch die UN-Generalversammlung den Internationalen Strafgerichtshof (International Criminal Court, ICC) in Den Haag. Der ICC ist die erste internationale Institution, die Menschenrechtsverletzungen weltweit verfolgt.

 

108 Nationen haben bisher das Statut dieses Gerichtshofes ratifiziert, der von Kofi Annan installiert wurde. Von den fünf Vetomächten des Sicherheitsrates haben bisher nur Großbritannien und Frankreich dieses Statut ratifiziert. Die USA, Russland und China sind nach wie vor in Warteposition, da sie das Prinzip der Gewaltenteilung auf internationaler Ebene ablehnen und keine Staatsbürger an einen Internationalen Gerichtshof ausliefern wollen. Dennoch führte in dem Verfahren gegen Charles Taylor eine US-amerikanische Richterin den Vorsitz, da die USA in Absprache mit der UNO den ICC für das Sondertribunal Sierra Leone gemietet haben. Es ist zu hoffen, dass dies die letzten Umwege der USA sind, bevor sie sich in die zivilisierten Nationen einreihen, das Statut des ICC ratifizieren und auf Sonderrechte verzichten.

 

Der argentinische Staatsanwalt Luis Moreno-Ocampo, der auch den Haftbefehl gegen den Präsidenten des Sudan wegen der Menschenrechtsverletzungen in Darfur ausgesprochen hat, leitete in dem Kreuzverhör des Verfahrens Taylor das Frage-und-Antwort-Spiel. Hut ab vor solchen Kämpfern für die Menschenrechte, die sich selbst in Gefahr begeben, auf dieser noch nicht von allen Vetomächten des Sicherheitsrates anerkannten Rechtsgrundlage.

Alle Teilnehmer dieses hochinteressanten Besuches am ICC hoffen, dass die nach Menschenrechtsverletzungen eingeführten Sondertribunale wie Nürnberg, Tokio, Jugoslawien, Ruanda und Sierra Leone bald der Vergangenheit angehören und die zivilisierten Nationen die Menschenrechte de facto über die Souveränitätsrechte der Staaten stellen durch die Anerkennung des Rome Statute of the ICC. Auch Staatsmänner müssen im Vorhinein wissen, dass sie persönlich für Menschenrechtsverletzungen haftbar gemacht werden können. Die bitteren Erfahrungen in Ruanda haben den Afrikaner Kofi Annan dazu veranlasst, auch gegen die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat, den steinigen Weg des Internationalen Strafgerichtshofs zu begehen. Kommende Generationen werden darüber entscheiden, ob dieses Instrument der Friedenssicherung gedient hat.

Pete Seeger – All Over The World

Konzert zum 90. Geburtstag, gespielt von „Unkraut“, am Freitag, 17. April 2009, 19.00 Uhr im Johannes-Ronge-Haus, Wörthstr. 6a, 67059 Ludwigshafen

Am 3. Mai 1919 wurde Pete Seeger in New York geboren. Seine Eltern waren Unitarier und sozial engagiert, was auch ihn prägte. Zuerst mit dem Sammeln amerikanischer Folkmusic beschäftigt, komponierte und sang er bald selbst. Seine Lieder waren Solidaritätserklärungen für die Arbeiter-Bewegung, für die dritte Welt und für die Rechte von Minderheiten. Seine Lieder, die er allein oder mit Gruppen aufnahm, wurden inzwischen selbst zu Folksongs wie „If I had a hammer“ und „Turn Turn Turn”. 1955 verweigerte er vor dem McCarthy-Ausschuss die Aussage und wurde daraufhin 17 Jahre lang von den amerikanischen Medien boykottiert. In den sechziger Jahren wurden seine Lieder „We shall overcome“ und „Guantanamera“ populär und er begeisterte die Jugend für die Bürgerrechtsbewegung, gegen den Vietnam-Krieg und für den Umweltschutz, zu dem er selbst mit seiner Organisation „Clearwater“ beitrug.

Viele Künstler, z.B. Bruce Springsteen, aber auch Reinhard Mey sangen und singen Pete Seegers Lieder zum Teil in Neu-Veröffentlichungen. Wohl am bekanntesten ist Marlene Dietrichs Version seines Liedes „Sag mir, wo die Blumen sind.“ Das Konzert wird gespielt von der Gruppe Unkraut, bestehend aus: Jürgen Waschke: Gitarren, Five-String-Banjo, Mandoline, Mundharmonika, Gesang und Uli Valnion: Gitarren, Gesang, Casou.

Uli Valnion besuchte Pete Seeger 1987 in Amerika und wurde von ihm bei einem Konzert auf die Bühne geholt. Gemeinsam sangen sie das von Pete Seeger geschriebene Lied „My Rainbow Race“.

Der Reinerlös des Konzerts wird an Pete Seegers Clearwater-Umweltorganisation gespendet. Der Eintrittspreis zum Konzert beträgt 5 Euro. Spenden sind willkommen.

Weitere Informationen bei der Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz, Tel: 0621 5125 82. Email: FLGPfalz@t-online.de

 

Gemeinsame Erklärung der „Gesprächsrunde der Säkularen  Humanisten“ und des „Bundes für Geistesfreiheit“ Ortsgruppe Neuburg/Ingolstadt

Katholische Kirche, Pius-Bruderschaft und die Freiheit des Geistes

„Die Gedanken sind frei“ heißt es in einem Volkslied, das zur Zeit der reaktionären Metternich-Herrschaft im 19. Jahrhundert entstand. Die Ideen von Humanismus und Aufklärung – Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Menschenrechte und Toleranz – standen damals im Kampf mit dem Totalitarismus, in dem den Menschen von den Inhabern der Macht in Staat und Kirche ihr Denken und Handeln vorgeschrieben wurde; natürlich im Interesse der Mächtigen.

In Deutschland, den meisten Ländern Europas und vielen Ländern der Welt haben sich die Ideen der europäischen Aufklärung politisch durchgesetzt. Im deutschen Grundgesetz sind Demokratie und Menschenrechte oberstes Prinzip. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass kein Mensch, wer immer er sei, unfehlbar ist und daher auch niemand das Recht hat, seine Auffassungen der Allgemeinheit aufzuzwingen. Mehrheitsentscheidungen nach intensiver Diskussion kontroverser Standpunkte sind der einzig menschliche Weg zu allgemeingültigen aber auch wieder veränderbaren Ergebnissen.

Die katholische Kirche widersetzte sich diesem Prinzip bis zum 2. Vatikanischen Konzil und ist innerkirchlich noch heute autoritär strukturiert. Dafür stand auch Papst Pius X. Anfang des 20. Jahrhunderts und dafür steht heute die nach ihm benannte Pius-Bruderschaft, die sogar CDU-Politiker als konträr zum Grundgesetz stehend sehen. Dass dies dem Vatikan und dem Papst nicht bekannt war, das ist unglaubwürdig. Die Wiederaufnahme der Pius-Bruderschaft in die katholische Kirche zeigt im Gegenteil die Kontinuität der Gedanken von Kardinal Ratzinger zu Papst Benedikt. Auch er hält von geistiger Freiheit, von der Vielfalt der Ideen und von demokratischen Entscheidungsprozessen nichts. Seine Vorstellung ist offenbar die, dass sein Gott die geistigen, moralischen und politischen Führer der Menschheit auswählt, denen sich jeder Mensch zu fügen hat. Solches „Gottesgnadentum“ aber halten wir für grundfalsch und, wie die Geschichte zeigt, für gefährlich.

Rainer Hamp

 

Neuerscheinung:

Wohin brachte uns Charles Darwin?

Dieser Band 28 der Schriftenreihe der FREIEN AKADEMIE dokumentiert die Vorträge bzw. Ergebnisse der wissenschaftlichen Tagung, die vom 1. bis 4. Mai 2008 in der Frankenakademie Schloss Schney stattfand. Die Tagung hatte das Thema „Wohin brachte uns Charles Darwin? Rückblick und Ausblick zum Darwin-Jahr 2009“.

Das Ziel der Tagung war es, Darwins Evolutionstheorie, ihre Voraussetzungen und Konsequenzen sowie den heutigen Stand der Diskussionen um die Abläufe und Mechanismen der Evolution aus der Perspektive verschiedener Disziplinen kritisch zu beleuchten. In der Diskussion wurde deutlich, dass es heute keine ernsthafte Alternative zur Evolutionstheorie gibt.

 

Inhalt: Volker Mueller: Vorwort; Franz M. Wuketits: Charles Darwin - ein stiller Revolutionär - - Dittmar Graf: Auferstehung des Schöpfungsglaubens - Kreationismus in Europa - - Jan Bretschneider: Der „alte“ Darwin und die „neuen“ Theorien - - Winfried Henke: „Licht wird fallen auf den Ursprung des Menschen“ – Paläoanthropologie und Menschenbild - - Volker Sommer: Kultur in der Natur - Wenn Tiere wie Menschen sind - - Christoph Antweiler: Evolutionistische Kulturtheorie - Darwin und der Wandel von Gesellschaften - - Bernhard Verbeek: Ist Darwin schuld an Völkermord und Glaubenskriegen? - - Erhard Oeser: Darwins evolutionärer Humanismus und die Folgen - - Franz M. Wuketits: Darwin heute – Versuch einer Bilanz.

SCHRIFTENREIHE DER FREIEN AKADEMIE, Herausgeber der Schriftenreihe: Volker Mueller, Präsident der FREIEN AKADEMIE. Herausgeber von Band 28 – Wohin brachte uns Charles Darwin?: Franz M. Wuketits. Berlin 2009. 188 Seiten. ISBN: 978-3-923834-26-6. Preis: 15,-- €. 

Die Bände der Freien Akademie sind erhältlich im Buchhandel oder – portofrei – direkt beim Angelika Lenz Verlag, Ortrun E. Lenz M.A., Beethovenstraße 96, 63263 Neu-Isenburg, Tel. 06102-723509, Fax 723513, E­Mail: info@lenz-verlag.de, Internet-Buchshop: www.lenz-verlag.de

 

Neuerscheinung:

„Der beständige Wandel – Charles Darwin und das Entwicklungsdenken“

Zum Darwin-Jubiläumsjahr 2009 hat der Angelika Lenz Verlag ein Buch herausgebracht, das die Leistungen des großen Biologen und Philosophen Charles Darwin würdigt.

Aus dem Inhalt: Franz M. Wuketits: Darwins wissenschaftliche Biographie und seine Kontakte zu seinen Zeitgenossen - - Gerhard Vollmer: Der wissenschaftstheoretische Status der Evolutionstheorie - - Jan Bretschneider Der „alte“ Darwin und die „neuen“ Theorien - - Volker Mueller: Entwicklungsdenken in der Aufklärung des 18. und im beginnenden 19. Jahrhundert – eine Voraussetzung für den Darwinismus - - Rolf Löther: August Weismann (1834–1914) und die Evolutionstheorie - - Anneliese Griese: Charles Darwin in den naturwissenschaftlichen Studien von Karl Marx und Friedrich Engels - - Peter Jäckel: Leopold von Buch und das Entwicklungsdenken - - Ortrun E. Lenz: Die Ablehnung des Sozialdarwinismus als Grundlage der modernen Soziologie - - Martin Koch: Mit Gott gegen Darwin – Wie Kreationisten versuchen, der biblischen Schöpfungslehre einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben - - Stephen Law: Darwin, Evolution, Kreationismus und Beweise -- Goparaju Vijayam: Über Charles Darwin, der den Verlauf der Geschichte durch sein unkonventionelles Denken veränderte - - Renate Bauer: Wider den evolutionären Strom? Gedanken zur Evolution der Religion und deren Folgen für Freie Religion und Humanismus - - Arnher E. Lenz: Die Darwins und ihre Freunde

Mueller/Lenz/Lenz (Hg.): Der beständige Wandel. Charles Darwin und das Entwicklungsdenken. Neu-Isenburg: Lenz 2009. 279 Seiten, ISBN 978-3-933037-66-4, € 19,90.

Erhältlich im Buchhandel oder - portofrei - direkt beim Angelika Lenz Verlag, Ortrun E. Lenz M.A., Beethovenstraße 96, 63263 Neu-Isenburg, Tel. 06102-723509, Fax 723513, E-Mail: info@lenz-verlag.de, Internet-Buchshop: www.lenz-verlag.de.

150 Jahre BFGD – Freigeistiges Treffen in Mannheim 18.–20.09.2009

„Fragen wagen“

Der Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) wird 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass findet im September in Mannheim ein Forum des Austauschs und der Diskussion statt. Es soll den Dialog zwischen den unterschiedlichen freigeistigen Gruppen in Deutschland und dem sie umgebenden Spektrum der säkularen Gesellschaft ermöglichen.

Es umfasst die Bundesversammlung des BFGD, dessen Jubiläum aus Anlass seines 150-jährigen Bestehens und das Jubiläum des 60-jährigen Bestehens des Dachverbands Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW). Auf dem Programm stehen am Samstag, 19.09.09, u. a. Arbeitskreise zu aktuellen Themen aus Bioethik, Erziehung, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Festveranstaltung am Sonntag, 20.09.09, beginnt um 10 Uhr im Rittersaal des Kurfürstlichen Schlosses in Mannheim. Informationen über Tel. 0621-126310.