Militärseelsorge in Deutschland

Die staatlich finanzierte Militärseelsorge in der Bundesrepublik Deutschland wird von verschiedenen Seiten kritisch beurteilt. Die Katholische und die Evangelische Kirche haben seit den fünfziger Jahren das Recht, in der Bundeswehr eine Militärseelsorge einzurichten und nach eigenen Grundsätzen zu gestalten.

Dafür gibt der Bund beiden Kirchen etwa 30 Millionen EURO im Jahr.

Der Militärgeistliche hat die Aufgabe des Dienstes am Wort und Sakrament und die Seelsorge. Daher führt er Gottesdienste, Bibelarbeit und Andachten in den Standorten, auf Truppenübungsplätzen und in ausländischen Einsatzgebieten der Bundeswehr durch. Im Rahmen der Bundeswehr sind zur Zeit 227 Militärseelsorger tätig, davon 102 katholische und 125 evangelische Feldgeistliche. Rund 150 Ortspfarrer beider Konfessionen betreuen zusätzlich im Nebenamt Soldaten an ihren Standorten.

Eine der ungeklärten Fragen ist, wie die seelsorgerische und sozialpsychologische Betreuung und Begleitung derjenigen Soldaten erfolgen kann, die nicht christlich gebunden sind. Für Juden, Muslime, Atheisten usw. müssen andere Lösungen gefunden werden. Eine christliche Militärseelsorge erscheint so nicht zeitgemäß.