Hauptversammlung des DFW

nahm neuen Mitgliedsverband auf

Die Freireligiöse Gemeinde Berlin e.V. wurde als neues Mitglied des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften begrüßt. Die am 12. und 13.10.2002 in Dresden stattgefundene DFW-Hauptversammlung hat damit eine traditionsreiche Vereinigung, die 1845 gegründet wurde, vielfältige kulturelle und soziale Aktivitäten für ein demokratisches und freies Leben aller Menschen entwickelt hat und nach der Einheit der Stadt Berlin 1990 das Zusammenwachsen von Ost und West mit ihren Möglichkeiten intensiv fördert, unter das Dach der freigeistigen Verbände in Deutschland aufnehmen können.

Der DFW würdigte ausdrücklich das Engagement vieler freigeistiger Verbände und ihrer Mitglieder für die Hilfen für die Hochwasseropfer des August 2002 – vor allem in Sachsen und Brandenburg. Aus den Reihen der Unitarier, des Bundes für Geistesfreiheit Bayern und des Huma- nistischen Freidenkerbundes Brandenburg kamen und kommen Geld- und Sachspenden zur Milderung der Not und Schäden in den Hochwassergebieten und zum Wiederaufbau.

Bei der Erarbeitung der Tätigkeitsschwerpunkte des DFW als einer freigeistigen Dachorganisation freier selbstständiger Verbände, die eine eigene Identität und Tradition besitzen und mit Recht auf ihre Freiheitsrechte und weltanschauliche Bestimmung Wert legen, wurden folgende Aspekte herausgestellt:

1. Zunehmend finden Probleme der Menschenrechtspolitik in der DFW-Arbeit ihren Niederschlag. So setzen wir uns für die Installation des Internationalen Strafgerichtshofs und für eine bürgernahe und offene Diskussion der Europäischen Verfassung ein. Auch Grundfragen von Krieg und Frieden, gerade nach dem 11. September 2001, führten sofort zu klaren Stellungnahmen gegen den internationalen Terrorismus oder zur eindeutigen Kritik an den gegenwärtigen militärischen Bestrebungen und möglichen kriegerischen Alleingängen der USA gegen den Irak. Ein weltbürgerliches Herangehen geht einher mit stärkerem internationalem Engagement des DFW.

2. Bildung und Schule sind wichtige Aspekte der DFW-Bemühungen. Dabei wird vor allem LER als Modell für alle Bundesländer unterstützt, der konfessionelle Religionsunterricht an den staatlichen Schulen als ordentliches Unterrichtsfach in Frage gestellt und freiwillige Unterrichtsangebote von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften ausdrücklich unterstützt.

3. Das Verhältnis von Staat und Kirche ist in Deutschland weiterhin problematisch. Der DFW setzt sich dabei für die Gleichbehandlung aller Weltanschauungen und für eine laizistische Bundesrepublik Deutschland, wie für ein entsprechendes Europa, ein.

4. Die Vertretung der ethischen und kulturellen Interessen der kirchenfreien Menschen, etwa in der Werte- und Toleranzerziehung, der Medien, der Bioethik, dem Themenkreis Humanes Sterben und Sterbehilfe, dem Bereich Jugendfeier/Jugendweihe als berechtigte Kulturinteressen in einem pluralistischen Gemeinwesen bleibt vorrangige politische Aufgabe des DFW. Dabei kommt es auch auf mehr Bündnisse mit Partnern an.

Die Hauptversammlung ging mit einer sehr gelungenen Festveranstaltung im Sokrates-Jahr 2002 zu Ende.

Für 2004 wurde das Ludwig-Feuerbach-Jahr ausgerufen.