Erklärung der Teilnehmer an den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des verstorbenen indischen 
Sozialreformers und Atheisten Gora

Im 21. Jahrhundert steht die Welt am Scheideweg. Auf der einen Seite hat der enorme wissenschaftliche Fortschritt die Menschen befähigt, andere Planeten zu erreichen und die Tiefen der Ozeane zu erforschen, was die menschliche Genialität zeigt, die bislang unbekannten Facetten des Universums zu erforschen. Aber auf der anderen Seite ist die Religion, die ihren traditionellen Einfluss auf das Bewusstsein der Menschen verliert, politisiert worden, und bedroht damit den Frieden und die Ruhe in verschiedenen Teilen der Welt. Die Fundamentalisten und Fanatiker benutzen sie als willkommenes Werkzeug, um ihre wahre Intention der Vorherrschaft über die Menschen zu tarnen und sie in ein barbarisches Zeitalter zurückzustoßen. Daher ist es höchste Zeit, dass die Menschen auf der ganzen Welt ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihr Wissen und ihr Mitgefühl nutzen, um den Kurs in die richtige Richtung zu bringen, damit die Menschheit auf den Weg des Fortschritts kommt. Der Aufstieg des religiösen Fundamentalismus und Fanatismus betrifft nicht nur alle fortschrittlich gesinnten Menschen, sondern ebenso die religiösen Menschen selbst.
Deshalb ist es an der Zeit, gemeinsame Sache zu machen, um die Zukunft der Menschheit zu retten und Frieden, Wohlstand, Gleichheit und Gerechtigkeit für alle zu erreichen, gleichgültig, welche Hautfarbe, Geschlecht, welchen wirtschaftlichen Status oder welche sozialen Bedingungen sie haben.
Wir müssen danach streben, dieses Jahrhundert zum Jahrhundert des säkularen Humanismus, Rationalismus und Atheismus zu machen, so dass die angeborenen Fähigkeiten in den Vordergrund der kreativen und konstruktiven Zwecke treten, damit die Welt zu einem besseren Platz zum Leben gemacht wird. Wir wiederholen unsere feste Verpflichtung zur Demokratie, sozialen Gerechtigkeit, zum Säkularismus, zur kritischen Forschung und zur Betonung der Wissenschaften. Die Zukunft der Menschheit ist in den Händen der jungen Leute und der Jugend. Daher muss Erziehung frei von Fundamentalismus und Obskurantismus sein. Sie sollte wissenschaftlich, ethisch und fortschrittlich sein. Die Medien sind ein sehr mächtiges Werkzeug, um den sozialen Wandel herbeizuführen. Daher müssen sie sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein.
Wir sind hier versammelt, um den 100. Geburtstag von Gora, dem bekannten Atheisten, Sozialreformer und Gründer des Atheist Centres in Vijayawada, Indien, zu feiern. Diese internationale Konferenz appelliert an die Menschen, immer wachsam zu sein, um die säkularen und humanistischen Werte, die wir bewahren wollen, zu stärken. Stetige Wachsamkeit ist wesentlich, um Freiheit und Individualität sowie die grundlegenden Annehmlichkeiten des Lebens in Würde für jeden überall auf der Welt zu erhalten.

Atheist Centre, Vijayawada, Indien