Presse sollte
interreligiösen Dialog fördern


Das Hamburger Abendblatt publizierte am Mittwoch, 8.9.99, erstmalig eine neue Beilage mit dem Titel „Die Kirchen“.

Es ist anerkennenswert, dass damit den Lesern ein Angebot gemacht wird, sich an der Wende zu einem neuen Jahrtausend wieder mit Religion und ihrer Rolle in der modernen Gesellschaft befassen zu können.

Die Beschränkung auf „Die Kirchen“ ist bedauerlich, wird sie doch dem religiösen Pluralismus nicht gerecht. Wo bleibt das Angebot an jene 50 % der Hamburger Bevölkerung, die nicht einer der beiden Kirchen angehören, gleichwohl aber religiös orientiert sind?

Unsere moderne Gesellschaft steht vor der Aufgabe, Solidarität und Konsens zwischen Bürgern unterschiedlicher religiöser und ethnischer Zugehörigkeit herzustellen. Deshalb ist heute die „Kultur des interreligiösen Dialogs“ gefragt, wie sie im „Lexikon der Hamburger Religionsgemeinschaften“ der „Arbeitsstelle Kirche und Stadt“ der Hamburger Universität vorbildlich dargestellt wird.

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften protestiert gegen die Benachteiligung des nicht kirchlich gebundenen Bevölkerungsteiles. Er fordert die Presse auf, stärker als bisher den interreligiösen Dialog zu fördern.

Dr. Helmut Kramer