GOTT raus aus der Präambel des Grundgesetzes


Mehrere Abgeordnete der rot-grünen Koalition haben sich aktuell gegen den Bezug auf Gott in der Präambel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gewandt. Der Rückgriff auf Gott in der Präambel sei „nicht angemessen und heuchlerisch". 
Auch ohne Gottesbezug würde das Grundgesetz zum Handeln im Sinne der Gemeinschaft und der Grundrechte führen bzw. anleiten. Mit Recht weist ein anderer Abgeordneter darauf hin, dass der Gottesbezug nicht in der Verfassung stehen solle, da sie für alle Bürger geschrieben wurde - also auch für diejenigen Menschen in Deutschland, die nicht an einen Gott glauben.
Gerade die konfessionell nicht gebundenen Menschen gestalten ihr Leben ebenso im Rahmen des Grundgesetzes wie die christlichen Mitbürger. Auch Angehörige anderer Religionsgemeinschaften haben ihren berechtigten Platz in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dies ist verfassungsrechtlich garantiert. Die Sicherung der Menschen- und Grundrechte erfolgt in Verantwortung vor den Menschen und nicht vor übernatürlichen Mächten.
Der Gottesbezug in der Präambel unseres Grundgesetzes ist - auch nach Ansicht des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften - nicht mehr zeitgemäß. Die Gemeinsame Verfassungskommission von Bundestag und Bundesrat hatte 1992/93 eine Änderung des Grundgesetzes nach der deutschen Einheit nicht auf den Weg bringen wollen.
Eine entsprechende Änderung der Präambel sollte nun auf die Tagesordnung gestellt werden. Ein Wertekonsens kann nur mit Christen, Nicht-Christen und Andersgläubigen geschaffen werden, ansonsten führe die Bevorzugung einer Weltanschauung zu Intoleranz und Ausgrenzung.

Dr. Volker Mueller