Positive Gesamtbilanz 
des DFW

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. hat am 14. und 15. Oktober 2000 seine ordentliche Hauptversammlung in Ludwigshafen durchgeführt. Motiviert vom Giordano-Bruno-Jahr 2000, von einer fünfzigjährigen Entwicklung des freigeistigen Dachverbandes in der Bundesrepublik Deutschland und von freien humanistischen Grundüberlegungen haben die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsverbände, die ca. 70.000 Mitglieder repräsentieren, die gemeinsamen Aufgaben freier Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften beraten. Dabei kommt es darauf an, wie der DFW-Präsident Dr. Volker Mueller betonte, „die freigeistigen Kräfte bei Wahrung der Identität und Traditionen der Mitgliedsverbände zu bündeln.“

Zu Beginn begrüßte die freireligiös engagierte Bundestagsabgeordnete Doris Barnett die Hauptversammlung und ermunterte den DFW zu aktiver Einmischung in die gesellschaftspolitischen, insbesondere rechts- und kulturpolitischen Entwicklungen der Bundesrepublik. Im Grußwort des Humanistischen Verbandes Deutschlands ging Dr. Horst Groschopp auf die notwendigen Aufgaben der nächsten Zeit ein und begrüßte, dass es ein wachsendes Miteinander zwischen DFW und HVD gibt.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Tätigkeiten des DFW war und ist die Vertretung der Interessen der konfessionell nicht gebundenen Menschen bei Sicherung der Trennung von Staat und Kirche sowie der Verwirklichung der Menschenrechte und eines säkularen Humanismus. Politische Einflussnahmen führten zu Kontakten mit im Bundestag vertretenen Parteien und insbesondere mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesjustizministerium und dem Bundesfamilienministerium. Besonders bedeutsam war der Besuch des Präsidenten und des Vizepräsidenten des DFW beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse im April d.J., der uns ermutigte, den DFW wesentlich stärker in menschenrechtspolitische Fragen einzubringen. Dies hat schon der DFW unter anderem in Fragen der Grundrechtscharta für Europa und der Durchsetzung des Internationalen Strafgerichtshofes getan.

Wichtige kulturpolitische Interessen werden durch den DFW gebündelt und vertreten. So geht es um die Gleichbehandlung der Jugendweihen bzw. Jugendfeiern oder die Gestaltung der weltlichen Trauerkultur. Aber auch die Festkultur im Jahreskreis oder zur Namensgebung oder Eheschließung nimmt mit Recht in Mitgliedsverbänden einen wichtigen Stellenwert ein. Die Jugend- und Sozialarbeit der DFW-Mitgliedsverbände soll künftig besser koordiniert und vernetzt werden.

Mit Engagement werden die Seminarreihe des DFW sowie die Schriftenreihe für freigeistige Kultur fortgeführt werden. Die Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere der Pressedienst des DFW und die DFW-Internet-Präsenz werden qualifiziert.

Neben Änderungen in der Satzung sowie in den „Grundsätzen und Selbstverständnis des DFW“ hatte die Hauptversammlung die Aufgabe, ein neues Präsidium zu wählen. Die Wahlen hatten folgende Ergebnisse:

Präsident: Dr. Volker Mueller, Falkensee
Vizepräsident: Horst Prem, Ottobrunn
Schatzmeister: Siegward Dittmann, Ludwigshafen
Schriftführer: Adi Meister, Fürth
Präsidiumsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit: Prof. Dr. Helmut Kramer, Hamburg
Präsidiumsmitglied für Jugend und Soziales: Dr. Karsten Urban, Aachen
Präsidiumsmitglied für Bildung und Seminare: Norbert Weich, Bernau