Katholische Kirche soll Entschädigung zahlen!

Das inkonsequente „Mea culpa“ des Papstes Johannes Paul II. ist uns noch im Ohr: Ein unklares Schuldbekenntnis zum Terror der „Heiligen Inquisition“ 225 Jahre nach der letzten Hexenverbrennung oder zum Schweigen über den Holocaust. Die Institution Kirche selbst sei frei von Schuld und Sühne geblieben? Mit der Reaktion auf die Zwangsarbeiter-Diskussion bewegt sich die Katholische Kirche nach bekannten Verhaltensmustern. Obwohl bekannt ist, dass auch für die Katholische Kirche NS-Zwangsarbeiter schuften mussten, wird eine Beteiligung am Entschädigungsfonds abgelehnt. Da ist die Evangelische Kirche in Deutschland in ihrem moralischen Handeln weiter.

Keiner erwartet von der Katholischen Kirche, dass sie die Lücken im Fonds stopft, die die Wirtschaft nicht bereit ist, zu füllen. Aber sie hat sich jahrhundertelang - bis heute - als die moralische Institution des Abendlandes verstanden. Jetzt ist sie aufgefordert, die moralische Verantwortung für ihre eigene Geschichte (und da ist die Beschäftigung von NS-Zwangsarbeitern nur ein Beispiel) zu übernehmen und dafür geradezustehen.

Dr. Volker Mueller