Jugendbildungsstätte Klingberg zapft die Sonne an

Kürzlich wurde in der Jugendbildungsstätte Klingberg bei Scharbeutz eine Solarthermie-Anlage feierlich in Betrieb genommen. Herz der Anlage ist ein riesiger Flachkollektor mit einer Fläche von 67 Quaratmetern, der nach Abdecken des Daches als Ersatz für die Ziegel direkt in die Dachhaut integriert wurde.

Die Installation erfolgte im Rahmen einer Modernisierung der Heizungs- und Warmwasseranlage. Versorgt werden vier Gebäude über einen 6.000 Liter (l) Kombispeicher mit zwei Metern Durchmesser und fünf Metern Höhe. Die Solaranlage speichert die Sonnenwärme über lange in den Speicher gewickelte Wärmetauscher direkt im Heizungswasser ab, mit dem in Übergangszeiten Fußbodenheizung und Heizkörper gespeist werden. Das Warmwasser für 70 Gäste zum Duschen und Waschen sowie für die Küche erzeugt der Solarspeicher durch eine eingeschweißte 390-l-Brauchwasserbombe. So kann das mit bis zu 3.500 l pro Tag kalt zuströmende Brauchwasser auf Heißwassertemperaturen von mehr als 50 Grad Celsius erwärmt werden. In der Heizzentrale mit zwei Gasheizkesseln (100 Kilowatt) brennt daher im Sommer keine Flamme mehr, auch an schönen kalten Tagen im Herbst oder im Frühjahr bleibt die Heizung überwiegend aus - trotzdem wird es in der Jugendbildungsstätte schön warm sein.

Energiestaatssekretär WiIfried Voigt sagte: ·“Hier in der Region Ostholstein/Lübeck tut sich viel in Sachen Sonnenenergienutzung. Interessierte können sich an vielen Beispielen in der Region über die Funktionsweise der Solartechnik informieren und werden sich mit Sicherheit von der Begeisterung anstecken lassen, die bisher alle Nutzer der Sonnenenergie erfasst hat. Denn es ist ein anderes Gefühl, mit sonnengewärmtem Wasser zu duschen.“

Die Projektinitiatoren, Horst Prem, Mitglied des Fördervereins der Jugendbildungsstätte und Ernst Mohnike, ehrenamtlicher Leiter der Einrichtung, bedankten sich bei allen BeteiIigten, vor allem den vielen ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern, bei der Firma Reg.Las, München, für die Planung und Bauüberwachung, den Firmen Schmidt, Eutin, und Solarenergische GmbH, Kiel, für die Ausführung, bei der Energieagentur Schleswig-Holstein für die Beratung sowie bei der Energiestiftung Schleswig-Holstein für die Förderung in Höhe von über 40 Prozent der Anlagekosten. Prem informierte, dass die Jugendbildungsstätte ab Herbst Schulungskurse zum Thema Son- nenenergie anbieten wird und außerdem an die Installation einer Fotovoltaik-Anlage denkt. „Ich hoffe, dass Hausbesitzer und Handwerker unsere hervorragenden Möglichkeiten rege nutzen werden, um gemeinsam die Umgestaltung der Haustechnik in Richtung der Nutzung der erneuerbaren Energien voranzutreiben.“

Dr. Holger Krawinkel, Vorstand der Energiestiftung, die die Anlage als Pilot- und Demonstrationsprojekt gefördert hatte, freute sich darüber, dass bei dieser Anlage viele Effekte gut miteinander verbunden sind: Vorbildliche Planung und Ausführung sowie guter Multiplikatoreffekt durch Einbindung in das umweltdidaktische Bildungskonzept. Klaus Felix, Bürgervorsteher der Gemeinde Scharbeutz, sagte: „Wir freuen uns dazu beizutragen, Impulse an die Jugend, an das Handwerk und an die Bürger für die Nutzung umweltfreundlicher Energien zu geben, um damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten."

Verantwortlich für den Pressetext: Gisela Zorn, Energiestiftung Schleswig-Holstein, TeI. 0431/9805708, Fax: 0431/9805699. E-Mail: g.zorn@essh.de