Giordano Bruno 1600 - 2000 
Ein Leben für die Geistesfreiheit

Am 17. Februar 1600 wurde der Mönch und Philosoph Giordano Bruno auf dem Campo dei Fiori in Rom von der Inquisition verbrannt. Die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz ehrt im Gedenken an diese Persönlichkeit einen Mann, der in seinem Eintreten für die Freiheit des Geistes und der Religion seine mutige Haltung bis zum bitteren Ende aufrecht erhielt.
1548 in Nola geboren, wandte sich Giordano Bruno, Dominikanermönch, aufgrund seiner Studien von Philosophie, Theologie und den wissenschaftlichen Erkenntnissen der damaligen Zeit dem heliozentrischen Weltbild des Kopernikus zu. Er entwickelte diese Erkenntnis weiter zur Idee der Unendlichkeit des Kosmos und der Unaufhörlichkeit seiner Entwicklung. Er vermutete schon damals, was wir heute wissen, dass andere Sterne ebenfalls Sonnen sind, umeinander kreisen und die Erde nur ein Planet unter anderen ist. Genauso revolutionär waren seine theologischen Vorstellungen. Neben dem Zweifel am Trinitätsdogma entwickelte er die Idee der Unteilbarkeit der Materie und ihrer Verbundenheit in allem im pantheistischen Sinne. Für die damalige Zeit war er damit Atheist. Er vertrat eine humanistische Ethik, forderte die Freiheit des Geistes von aller theologischen Bevormundung und philosophischen Autoritätshörigkeit. Schon anderthalb Jahrhunderte vor Voltaire griff er damit die Unterdrückung und Ausbeutung durch die herrschenden Theologien an, wandte sich wie Johannes Ronge später gegen die Ausnutzung abergläubischer Haltungen der Menschen durch die katholische Kirche.
Trotz achtjähriger Haft und Folter rückte Bruno von seinen Erkenntnissen nicht ab, wissend um die Folgen. Mit der Verurteilung zum Scheiterhaufen durch Papst Clemens VIII. wurde versucht, seinem Freien Denken ein Ende zu setzen. Bruno selbst deutete diesen Akt in seinen überlieferten Worten: 

„Mit größerer Furcht wohl
sprecht Ihr mir das Urteil,
als ich es empfange.“

Die Furcht war gerechtfertigt, Brunos Einfluss in der Geistesgeschichte, gerade auch in Deutschland auf Leibniz und Goethe, konnte nicht aufgehalten geschweige denn verringert werden. Aber noch heute stehen seine Werke auf dem Index, ist das Todesurteil gegen ihn nicht aufgehoben.
Zur Würdigung seines Strebens und Sterbens wird die Freireligiöse Landesgemeinde am Donnerstag, 18. Mai 2000 zusammen mit der Stadtbibliothek Ludwigshafen sein vielseitiges Werk vor dem Hintergrund seiner Zeitepoche vorstellen. Im zweiten Halbjahr 2000 werden in einer Diskussion im Offenen Kanal seine theologischen und philosophischen Herausforderungen für die heutige Zeit untersucht, wozu Vertreter der christlichen Konfessionen eingeladen werden.

Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz