Freireligiöse gegen Antisemitismus

Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim und ihre Mitglieder sind bestürzt über wachsenden Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. In einem offenen Brief an den Vorstand der Jüdischen Gemeinde Mannheim und alle Mitglieder wenden sich Gemeindevorsitzender Karl-Heinz Schneider und Landespredigerin Ute Janz gegen „Misstrauen, Missgunst und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft“.

Betroffenheit allein dürfe nun nicht mehr genügen. „Stellvertretend für alle von Rassismus und Ausgrenzung Bedrohten möchten wir die Jüdische Gemeinde und ihre Mitglieder unserer Achtung versichern", heißt es im Text. Die Freireligiöse Gemeinde werde sich weiterhin für eine tolerante Stadt, die geprägt ist durch ein lebendiges Miteinander von Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft, einsetzen.

Damit reagierte die Gemeinde auf die Welle der Gewalt rechtsextremer Gruppen in jüngster Vergangenheit in der ganzen Bundesrepublik, auch in Mannheims Nachbarschaft. In Ludwigshafen müssen sich beispielsweise vier Jugendliche wegen eines Brandanschlags auf ein Wohnheim verantworten, das von albanischen Flüchtlingen bewohnt wird.