Bioethik nicht den Experten überlassen

Mit der Ernennung von Ulla Schmidt (SPD) zur Bundesgesundheitsministerin deutet sich ein neuer Umgang der Bundesregierung mit der Gentechnik an. Der DFW begrüßt und unterstützt eine breite gesellschaftliche Debatte über neue Techniken der Biologie und Medizin, in die auch Organentnahme, Zeugung in vitro und Sterbehilfe mit einzubeziehen sind.

Experten können die neuen Möglichkeiten und ihre Konsequenzen nur beschreiben. Eine Bewertung muss jeder selbst - nach dem Grad seiner Betroffenheit und seiner weltanschaulichen oder kulturellen Position - vornehmen. Ebenso ist der Monopolanspruch der christlichen Kirchen in Fragen der Biotechnik zurückzuweisen.

Die Frage, wann schutzwürdiges Leben beginnt und endet, kann weder wissenschaftlich noch theologisch geklärt werden. Ihre humanistische Beantwortung muss das Ergebnis einer demokratischen Willensbildung sein.

Der DFW fordert alle religiösen und weltanschaulichen Gruppen in Deutschland auf, sich an dem öffentlichen Diskurs zur Bioethik zu beteiligen. Die gängige Methode der Diffamierung des Meinungsgegners offenbart eine antidemokratische Gesinnung und wird vom DFW nachdrücklich verurteilt.

Prof. Dr. Helmut Kramer