Arno Reinfrank ist gestorben
Robert-Blum-Preis überreicht


Am 09. Juli 2001 wäre Arno Reinfrank 57 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass überreichte das Präsidiumsmitglied des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD), Siegward Dittmann, der Witwe Jeanette Koch in London, dem schriftstellerischem Exil des Kurpfälzer Schriftstellers, den Robert-Blum-Preis. Dieser Preis wird für den Einsatz für Religionsfreiheit, die Förderung der gegenseitigen Achtung von Religionen und die Förderung der Toleranzfähigkeit gegenüber Menschen mit anderer Religion oder Weltanschauung verliehen.

Robert Blum, Freiheitskämpfer der 45er Revolution und selbst Schriftsteller und Herausgeber der Sächsischen Vaterlandsblätter, setzte sich für die demokratischen Rechte aller Bürger und ein selbstbestimmtes Leben ein. Er war Mitbegründer der deutschkatholischen, später freireligiösen Gemeinde Leipzig. So veröffentlichte er den offenen Brief des katholischen Kaplans Johannes Ronge an den Trierer Bischof Arnoldi, in welchem Ronge gegen die Ausstellung des heiligen Rockes in Trier wetterte. Robert Blum war Abgeordneter des Paulskirchenparlaments und besaß als solcher Immunität. Trotzdem wurde er in Wien als Aufständler standrechtiich erschossen.

Arno Reirifrank und Robert Blum verbindet der Kampf für Menschenrechte und Demokratie, die Forderung nach der Selbstbestimmung aller Menschen in Gesellschaft und Religion. Diesen Rechten für alle, Frauen, Männer und Kinder, Christen wie Heiden, Protestanten wie Freireligiöse, Freigeister und Humanisten fühlte sich Arno Reinfrank verbunden. In seinen Werken finden wir nicht nur seinen Humor, sondern auch beißende Kritik verbunden mit Toleranz und seinem genießerischen pfälzischen Naturell. Dafür verlieh ihm der BFGD den diesjährigen Robert-BlumPreis. Noch in seinen letzten Tagen erfuhr Arno Reinfrank von der Preisverleihung und seine Freude über diese Ehrung drückte er deutlich aus, doch konnte er den Preis leider nicht mehr persönlich entgegennehmen. Er erlag seiner Krankheit wenige Tage vorher am 28. Juni 2001 in London.

Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands