Armutsbericht der Bundesregierung:
Bund für Geistesfreiheit fordert Eigenbeitrag der Kirchen zur Linderung der Armut

Der Bund für Geistesfreiheit Bayern (bfg), als Körperschaft des öffentlichen Rechts den Kirchen rechtlich gleichgestellt, fordert die Kirchen auf, nicht nur die Bundesregierung zu kritisieren, sondern auch selbst einen konstruktiven Beitrag zur Verringerung der Armut zu leisten. Immerhin sind die beiden Kirchen mit weitem Abstand die reichsten Organisationen in Deutschland und haben daher die Möglichkeit, nicht nur anderen Ratschläge zu erteilen, sondern auch selbst etwas zu tun. Konkret bieten sich dafür drei Möglichkeiten an:

1. Jede der beiden Kirchen verfügt in Deutschland über einen Grundbesitz von mindestens 4.500 Quadratkilometern. Das entspricht der Fläche der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen/Bremerhaven plus dem Saarland. Ein erheblicher Teil des Grundes liegt in den Zentren von Großstädten und ist mit wertvollen Immobilien bestückt, die längst nicht nur sakralen Zwecken dient.
Nach unwidersprochenen Berichten diverser Informationsdienste und Nachrichtenmagazine nehmen die Kirchen jährlich mindestens 5,1 Milliarden DM an Mieten, Pachten, Zinsen und Dividenden ein (r.k. Kirche 2,8 Mrd., ev. 2,3 Mrd.), die sie zum allergrößten Teil gar nicht in ihren Haushalten ausweisen. Der
Bund für Geistesfreiheit fordert die beiden großen Kirchen auf, aus diesen Einnahmen sowie dem Verkauf von Immobilien ohne Schwierigkeiten jährlich eine Milliarde DM für die Linderung der Armut zur Verfügung stellen.

2. Von ihren Kirchensteuer-Einnahmen in Höhe von 17 Milliarden DM verwenden die Kirchen nur etwa 1,5 Mrd. für öffentliche soziale Zwecke, also weniger als 10 Prozent. Andererseits subventioniert der Staat die rein innerkirchlichen Angelegenheiten mit einem Betrag von jährlich rund 15 Milliarden DM, also etwa zehnmal so viel.
Der
Bund für Geistesfreiheit fordert die beiden großen Kirchen auf, zumindest auf die sachlich ohnehin fragwürdigen Staatsleistungen („Konkordatsleistungen“) in Höhe von 1,6 Milliarden DM zu verzichten - unter der Auflage, dass die davon betroffenen Bundesländer den eingesparten Betrag gezielt für die Armutsbekämpfung verwenden.

3. Die Kirchensteuer ist in voller Höhe steuerlich absetzbar. Das bedeutet, dass letztlich der Staat, über den Umweg des dadurch bedingten Steuerausfalls, mehr als ein Viertel der Kirchensteuer bezahlt, obwohl weit weniger als die Hälfte gemeinnützigen Zwecken zufließt.
Der
Bund für Geistesfreiheit fordert die beiden großen Kirchen zur Zustimmung auf, dass die Kirchensteuer nur noch zur Hälfte absetzungsfähig sein soll - unter der Auflage, dass der Staat die dadurch zu erzielenden Mehreinnahmen von 2,2 Milliarden DM gezielt für die Armutsbekämpfung verwendet.

(Anm.: Diese 2,2 Mrd. zahlen nicht die Kirchen, sondern die einzelnen Kirchensteuerzahler erhalten diese Summe nicht mehr vom Staat erstattet.)