Sokrates-Studien Organisationsverein e.V. >sosov<, 1. Vorsitzender: Prof. Dr. Wolfgang Deppert, Overbeckstraße 3, 22085 Hamburg

2. Vors.: Björn Kralemann, Frerichstr.10, 24116 Kiel, Sokrates-Spenden-Konto: >sosov< Nr. 920 2400 9 , Sparkasse Kiel BLZ:210 501 70

 

Pressemitteilung

 

der Sokrates-Studien Organisationsverein e.V. gründet eine

Arbeitsgemeinschaft Tag der Versöhnung 1. September

am 1. September 2002 um 18.00 im Erziehungswissenschaftlichen Hörsaal der Universität Hamburg, von-Melle-Park 8.

 

Mit seinen steten Versuchen, sich mit möglichst vielen Menschen durch Gespräche zu verständigen und zu verstehen, vertrat Sokrates eine Philosophie des Versöhnens. Unsere Gesellschaft leidet heute an zu wenig derartigen zusammenhangstiftenden Einsichten, an zu wenig Integrationswillen.

 

Von Sokrates können wir lernen, daß es für den einzelnen Menschen selbst gut ist, auf andere zuzugehen, einen freundschaftlichen Umgang zu pflegen und Feindschaften abzubauen. Oft genug aber liegt es an unserem eigenen Fehlverhalten, daß Freundschaften oder Ehen in die Brüche gehen. Was für die einzelnen Menschen gilt, das trifft leider ebenso für alle Arten von menschlichen Gemeinschaften zu, für Vereine, Firmen, Gemeinden, Städte, Staaten, Staatenbünde oder Religionsgemeinschaften. Ihnen allen täte es gut, an einem Tag im Jahr sich das Ziel zu setzen, sich versöhnlicher zu verhalten und es zumindest auch an diesem Tage zu tun.

 

Wie könnten wir Sokrates mehr ehren, als mit dem Sokrates-Jahr 2002 den Anstoß zu geben, Jahr für Jahr an einem Tag der Versöhnung uns die schlichte Weisheit des Sokrates bewußt in unsere Lebenswirklichkeit zu holen: Es ist besser, unter Freunden zu leben als unter Feinden. An diesem Tag mag sich jeder aufgerufen fühlen, dort zur Versöhnung beizutragen, wo es ihm als ganz besonders wichtig erscheint, sei es im ganz privaten Bereich, sei es mit Firmen-, Vereins- oder Parteikollegen, sei es zwischen verfeindeten Gemeinden, Städten, Ländern oder Staaten, sei es zwischen rivalisierenden Volksgruppen, Religionen oder Rassen oder sei es zwischen gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich, wie etwa Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Lehrer und Schüler, Männer und Frauen oder Erwachsene und Kinder durch ihre verschiedenen Interessen gegenüber stehen.

 

Der Tag, der im 20. Jahrhundert die größten Feindschaften heraufbeschworen und ausgelöst hat, ist der 1. Sept. 1939. Unter den Folgen dieses Tages, an dem die Deutschen in Polen einmarschiert sind, leidet die Welt noch heute. Darum wollen wir den Tag der Versöhnung auf den 1. September legen.

 

Damit der Gedanke, den Tag der Versöhnung am 1. September eines jeden Jahres festzumachen, im Bewußtsein der Menschen verankert, wird der Sokrates-Studien Organisationsverein am 1. September 2002 in der Universität Hamburg eine Arbeitsgemeinschaft Tag der Versöhnung 1. September gründen. Zu diesem Zweck findet am 1.Sept. 2002 im Erziehungswissenschaftlichen Hörsaal, von-Melle-Park 8, um 18.00 Uhr eine feierlichen Veranstaltung statt. Zu dieser Veranstaltung sind alle Sokratesfreunde und alle, die zu mehr Versöhnlichkeit in allen Lebensbereichen beitragen wollen, herzlich eingeladen. Als Einstimmung wird ein eigens für diesen Tag zusammengestelltes Orchester Händels Feuerwerksmusik aufführen. Danach wird es eine Einführung in den Aufgabenbereich der zu gründenden Arbeitsgemeinschaft geben. Der Schluß der Veranstaltung wird durch die Rezitation der Ringparabel aus Lessings wegweisendem Werk zu mehr Versöhnlichkeit „Nathan der Weise“ bestimmt.

 

Sokrates hat sich von seinen Schülern nicht bezahlen lassen. Er hat von seinen Freunden gelebt. Wir hoffen, daß sich die Bemühungen, die sokratische versöhnliche Lebensart zu beleben, auch heute durch die Freunde des Sokrates finanziert.. Darum nehmen wir keinen Eintritt für unsere Veranstaltungen, und es wird auch keiner der Vortragenden ein Honorar verlangen. Wer sich aktiv oder finanziell unterstützend beteiligen möchte, ist herzlich gebeten, auf das oben bezeichnete Konto eine Spende zu leisten, für die selbstverständlich eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden kann.

 

Hamburg, am 15. August 2002