Freireligiöse Jugend Hessen ehrte

Giordano Bruno in Rom

Die Freireligiöse Jugend Hessen legte am Giordano-Bruno-Denkmal in Rom am 21. Oktober 2003 Blumen nieder – dort wo Bruno am 17. Februar 1600 von der Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Das Denkmal mit der den Blumenmarkt überragenden Statue Giordano Brunos war Station der einwöchigen Romreise, veranstaltet von der Freireligiösen Landesgemeinschaft Hessen.

Dieser Ketzer gehört seit Gründung der Freireligiösen Gemeinden zu den Vätern unserer kosmischen Religiosität. Giordano widerrief sein Weltbild vom unendlichen Kosmos und seine Kritik an den Dogmen der Kirche trotz Haft und Folter nicht. Die Engelsburg, in deren Kerker er acht Jahre Standhaftigkeit bewies, war ebenso Ziel der freireligiösen Gruppe. Dort ist heute ein Museum untergebracht.

Das Giordano-Bruno-Denkmal steht seit 1889 auf dem Campo dei fiori und wurde gegen den Protest des Vatikans und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und besonders der Studenten, von Freidenkern, Freireligiösen und Humanisten aus allen Ländern am 9. Juli 1889 enthüllt. Der Philosoph Giovanni Bovio sprach bei der Enthüllung die Worte, die heute noch für freireligiöse und humanistisch gesinnte Menschen große Bedeutung haben: „Hier steht er wieder auf, und die Religion des Geistes fordert keine Rache. Sie fordert die Toleranz aller Lehren, aller Kulte, vor allem aber den Kultus der Gerechtigkeit. Statt der Gebete – die Arbeit. Statt des Glaubens – die Forschung. Statt der Unterwürfigkeit – die Erörterung. Ihre Artikel sind die Entdeckungen der Wissenschaft, ihre Konkordate die Kongresse gemeinsamer Arbeit. Unser Glaube hat keine Propheten, sondern nur Denker: Suchst du unseren Tempel – es ist die Natur. Suchst du unsere Heimat – es ist das Gewissen des Menschen.“ (siehe Wege ohne Dogma 2/2000)

Freireligiöse Landesgemeinschaft Hessen

Elke Suchanek (Geschäftsführerin FLH)