Wie sich die Bilder leider nicht gleichen!

In der Brockhaus Enzyklopädie Band 18 Seite 444 steht zu lesen: „Charles Maurice Talleyrand, Bischof von Autun, schloss sich 1789 der Nationalversammlung an. Er beantragte die Einbeziehung der Kirchengüter zur Tilgung der Staatsschulden und leistete 1791 den Eid auf die Zivilkonstitution des Klerus; daraufhin belegte ihn der Papst mit dem Kirchenbann. Kurz vor seinem Tod söhnte er sich mit der Katholischen Kirche aus.“

Ich bin nicht so weltfremd zu glauben, ein deutscher Bischof könnte so patriotisch sein seinem Vaterland zu helfen die Staatsverschuldung (die vorwiegend durch die glückliche Wiedervereinigung unseres Vaterlandes entstanden ist) zu verringern. Die Teilung in Ost- und Westdeutschland war das Ergebnis des von Hitler angezettelten und verlorenen Krieges. Also ist es die moralische Pflicht aller Bürger in unserem Land die aufgelaufenen Kosten zu tragen. Die deutsche Bischofskonferenz war bis heute in betroffen machender Weise still.

Mit ihren Aufrufen „Brot für die Welt“ oder „Sternsinger für Kinder in Chile“ kommt die Kirche ihrem selbstgestelltem Auftrag zur Nächstenliebe nach! Man fragt sich, warum kommt man nicht auf die Idee einen Aufruf „EURO für das Heimatland“ zu machen? oder die Kirche verzichtet – zeitlich begrenzt – auf vom Staat immer noch zu bezahlende Millionenbeträge von Euro aus den erlittenen „Schäden“ wegen der 1803 (!) stattgefundenen Säkularisation, die von den Bischöfen und vom im Land herrschenden Adel betrieben wurde und nicht von den Bauern und den sonstigen „kleinen Leuten“!

Die Bundesregierung, alle Landesparlamente und Vertreter der Gemeinden mühen sich redlich eine Lösung zu finden, um die Schuldenlast zu verringern, um keine „Strafe“ aus Brüssel zu bekommen.

Um so mehr ist man erstaunt, dass die deutschen Bischöfe keinen guten Ratschlag bereit haben, um unserem Bundestag zu helfen. Sonst waren die Bischöfe in letzter Zeit keineswegs zimperlich, sich in die Beschlussfindung des Bundestages einzumischen. Es sei nur an den § 218 Abtreibungsgesetz und die Neugründung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken „Donum vitae“ erinnert. Bischof Dyba aus Fulda sagte damals sinngemäß: das vom Bundestag beschlossene Gesetz § 218 neu und „Donum vitae“ (Geschenk des Lebens) müsste eigentlich „Donum mortis“ (Geschenk des Todes) heißen!! Eine Beleidigung unseres obersten Bundesgesetzgebers. Und das ausgerechnet vom obersten, kirchlichen, vom Staat bezahlten „Truppenbetreuer“ unserer Bundeswehr.

Völlig unverständlich wird das Verhalten der Kirchen, wenn man weiß, dass sie das größte Vermögen in unserem Staat besitzen!

Richard Naumann