„Es sind noch so manche Hohmanns in Deutschland“

Entschieden wendet sich der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. gegen die skandalösen und lügenhaften Aussagen Hohmanns, dass der Antisemitismus durch die „Gottlosen“ in die Welt gekommen sei und sie für Not und Kriege verantwortlich seien. Lange vor dieser Zeit schürten gerade konservative Christen wie Hohmann den Hass gegen Juden und alle anderen, die die christliche Lehre nicht als ihre Konfession anerkennen wollten. In seiner diesjährigen Rede zum Nationalfeiertag unserer Republik wird hier durch Hohmann diskriminiert und auseinanderdividiert, anstatt geeint und demokratisch gewirkt. Aufgrund des Abstimmungsergebnisses in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie der Reaktionen auf die Strafanzeigen gegen Herrn Hohmann z.B. auch durch freigeistig-humanis-tische Vereinigungen sehen wir noch manche, die wie Hohmann denken oder wirken, unter uns.

Der DFW mit seinen neun Mitgliedsorganisationen – als Interessenvertreter der über 30 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, die an kein höheres Wesen glauben und sich als freigeistig, freireligiös, atheistisch, agnostisch, unitarisch, freidenkend und humanistisch verstehen – verurteilt die sittenwidrigen, die antisemitischen und Nichtgläubige diskriminierenden Aussagen Hohmanns auch im Namen dieser kirchen- und konfessionsfreien Menschen. Sie sind nicht schlechter oder besser als andere Menschen, egal ob sie Juden, Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten oder anders Denkende sind.

Wir betrachten die Entwicklung in unserer föderalen Demokratie mit großer Sorge, die in unsäglicher Weise von rechtspopulistischen Politikern und Volksverhetzern der braunen Denkungsart beeinflusst wird. Wir wollen endlich die Weiterentwicklung des Rechtsbewusstseins akzeptieren, das die Menschenrechtsverletzungen als individuelle Straftaten wertet und nicht als die eines „Tätervolkes“, das es gar nicht gibt. Diese Weiterentwicklung im Rechtsbewusstsein scheint bei den „Hohmännern“ noch nicht angekommen zu sein. Deshalb war die CDU/CSU gut beraten, sich von Herrn Hohmann zu trennen.

Hohmanns Rede zum 3. Oktober ist ein breit angelegter Angriff und eine Diffamierung aller religionskritischen und nichtchristlich orientierten Menschen. Auf unverschämte Weise legt er dort den „Gottlosen mit ihren gottlosen Ideologien“ das blutige 20. Jahrhundert zu Last. Historisch unwahr, religiös fundamentalistisch, unmoralisch und unsittlich mit dem Blick auf die vielen auch konfessionsfreien Nazi-Opfer, rechtlich diskriminierend und politisch diffamierend und undemokratisch sind Wort und Geist Hohmanns. Wir begegnen ihnen mit Abscheu und bekämpfen sie entschieden.

Volker Mueller